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Stuttgarter Zeitung: Der verteidigungspolitische Sprecher der Union, Ernst-Reinhard Beck (CDU), lenkt ein: "Nicht glücklich über die Abschaffung der Wehrpflicht"

Stuttgart (ots) - Der verteidigungspolitische Sprecher der Union, Ernst-Reinhard Beck (CDU), stellt sich dem Verteidigungsminister bei der Abschaffung der Wehrpflicht nicht länger entgegen. "Ich hätte mir ein Modell gewünscht, das die Wehrpflicht in angepasster Form beibehält, etwa für Aufgaben im Heimat- und Katastrophenschutz oder für allgemeine Sicherungsaufgaben", sagte er im Interview der "Stuttgarter Zeitung" (Mittwochausgabe). "Von daher bin ich nicht glücklich über diese Entwicklung." Dennoch habe für ihn nun erste Priorität, "Bundeswehrstrukturen zu schaffen, die eine vernünftige Sicherheitsvorsorge gewährleisten". Mit dem von Karl-Theodor zu Guttenberg favorisierten Modell 4 gäbe es ein überzeugendes Konzept für solche Strukturen. Ein Bundeswehrumfang von nur noch 163.500 Soldaten sei für ihn aber zu niedrig veranschlagt.

Der CDU-Wehrexperte bewertete Guttenbergs Vorgehen als "am Anfang brachial, weil er es im Alleingang begonnen hatte". In der Rückschau sei der Minister "auf jeden Fall mutig und durchaus erfolgreich" gewesen. Noch vor kurzem hatte Beck von einer Mehrheit in Fraktion und Partei gesprochen, die für die Wehrpflicht sei. "Das war ein Lagebild, das sich auf die Stimmung im Juni bezog", sagte er im StZ-Interview. "Damals lag die Äußerung des Verteidigungsministers nicht lange zurück, der im Frühjahr noch gesagt hatte, mit ihm werde es eine Abschaffung der Wehrpflicht nicht geben." Deswegen sei man davon ausgegangen, dass die Wehrpflicht als langjähriger programmatischer Bestandteil der Unionsparteien auch im Jahr 2010 noch Bestand hat.

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