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Mitteldeutsche Zeitung: zu Schlecker

Halle (ots) - Nur durch die Eröffnung immer neuer Filialen konnte die Firma in Schwung gehalten werden. Die Drogeriekette wurde zu einem Scheinriesen. Dem Chef musste irgendwann klar sein, dass die gesamte Unternehmensgruppe unweigerlich in einer gewaltigen Implosion zusammenbrechen wird. Das muss so um das Jahr 2009, 2010 gewesen sein. Spätestens um diese Zeit begannen der heute 71-Jährige, seine Frau und seine Kinder bei den Bilanzen zu tricksen und vorsätzlich und systematisch Geld aus dem Unternehmen herauszuziehen, um es auf die Seite zu schaffen - so lauten die Vorwürfe der Justiz. Mit dem finanziellen Ausbluten wurde die letzte Chance auf eine Rettung verspielt, und mehr als 25 000 Arbeitsplätze wurden vernichtet. Der Urteilsspruch muss deshalb abschreckende Wirkung haben.

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