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Mitteldeutsche Zeitung: MZ zu unterschiedlichen Anforderungen beim Abi:

Halle (ots) - Berlin, Hamburg, München, Tübingen - klangvolle Adressen deutscher Universitäten. Adressen, die viele Abiturienten als Wunschziel für ihr Studium sehen. Doch Adressen, bei denen die meisten Schüler aus Sachsen-Anhalt in den Numerus-Clausus-Fächern sehr schlechte Karten haben dürften. Schuld daran sind nicht zwangsläufig die Leistungen oder Kenntnisse der Abiturienten hierzulande. Die können absolut identisch sein mit denen eines Schülers aus Bayern. Dennoch kann die Abschlussnote des Sachsen-Anhalters deutlich schlechter ausfallen - sein Wohnort entscheidet über das Berechnungssystem, das Berechnungssystem über seine Note. Fair ist anders. Die Abiturstandards müssen nicht leichter, sondern gleich sein. Identische Leistungen müssen zu identischen Noten führen. Und zwar bundesweit, schließlich soll die Hochschulreife auch bundesweit zum Studium befähigen. Das föderale Bildungssystem mit seinen verschiedenen Richtlinien schafft aber ungleiche Chancen. Flexibel und progressiv sollen die künftigen Arbeits- und Führungskräfte sein - ein Hohn angesichts eines Bildungssystems, das mit seiner Kleinstaaterei noch rückständig ist.

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