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Mitteldeutsche Zeitung: zum Mord-Paragrafen

Halle (ots) - Der Deutsche Anwaltsverein schlägt vor, die Mord- und Totschlagparagrafen abzuschaffen und durch einen einheitlichen Tötungsparagrafen zu ersetzen. Die Strafandrohung betrüge dann zwischen fünf bis fünfzehn Jahren oder lebenslange Freiheitsstrafe, was dem Strafrahmen der beiden bisherigen Tötungsparagrafen entspräche. Vor allem aber entfiele - neben den Mordmerkmalen - die zwingende lebenslange Freiheitsstrafe, wie sie bisher § 211 vorschreibt und die Rechtsprechung immer wieder zu artistischen Verrenkungen zwingt, um überharte Urteile zu vermeiden. Das wäre endlich eine Reform, die den Namen verdient. Sie würde dem Gesetz nicht nur den NS-Geist austreiben, sie wäre auch ein Glücksfall für die juristische Praxis.

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