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Mitteldeutsche Zeitung: zu Zwangsarbeit von DDR-Häftlingen

Halle (ots) - Auf der einen Seite stehen die Forderungen von Opferverbänden nach Entschädigung für Strafgefangene und politische Häftlinge, die in der DDR Zwangsarbeit leisten mussten - für die eigene Industrie wie für den Export. Auf der anderen Seite stehen 6 000 westliche Unternehmen, die mit dem anderen deutschen Staat Geschäfte gemacht - und von den Zwangsarbeitern möglicherweise profitiert haben. Nur eine Handvoll der Firmen will sich dieser Vergangenheit nun stellen - per Akteneinsicht bei der Stasi-Unterlagenbehörde. Das ist beschämend. Die Ausbeutung von Häftlingen ist ein weiteres dunkles Kapitel, das es 25 Jahre nach der friedlichen Revolution endlich aufzuarbeiten gilt. Dabei geht es nicht um Schuldzuweisungen oder Verurteilungen. Es geht zunächst einmal darum zu wissen, was war. Wer in welcher Weise in das System der Zwangsarbeit verstrickt war und daraus seinen Nutzen gezogen hat.

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