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Mitteldeutsche Zeitung: zu Linke/Parteitag

Halle (ots) - Den Vertretern des linken Flügels der Linkspartei blieben auf dem Delegiertentreffen am Wochenende nur noch Rückzugsgefechte. Die Genossen stimmten für ein Europa-Programm, in dem zwar eine grundlegende Neuausrichtung der EU gefordert, diese aber nicht mehr als militaristisch und neoliberal angeprangert wird. Auf die aussichtsreichen Listenplätze für das Europäische Parlament schafften es zudem überwiegend gemäßigte Reformer. Es war der erste Parteitag, auf dem der alte Delegiertenschlüssel nicht mehr galt, der den zahlenmäßig unterlegenen Westen nach dem Zusammengehen mit der WASG bevorteilt hatte. Die internen Machtstrukturen haben sich mit dem Rückzug von Oskar Lafontaine zugunsten der Ost-Pragmatiker verschoben. Es wird sich zeigen, wie sehr die Flügelkämpfe die Partei noch lähmen können. Spätestens aber wenn mit Bodo Ramelow in Thüringen ein Linker Ministerpräsident werden sollte, dürfte das Leben in der Opposition auch für die jetzt so überlegenen Reformer im Bund nicht mehr so gemütlich sein.

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