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Mitteldeutsche Zeitung: Web-Recherchen zu Bewerber-Lebensläufen
Personal-Wissenschaftler kritisiert Umgang der Firmen mit Daten aus dem Internet

    Halle (ots) - Die Nutzung von persönlichen Bewerber-Informationen aus dem Internet durch Arbeitgeber stoßen beim Professor für Personalwirtschaft an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Manfred Becker, auf Kritik. "Solche Informationen zum Beispiel  in sozialen Netzwerken sagen viel zu wenig aus, um daraus eine Prognose ziehen zu können über die Erfüllung späterer Aufgaben oder das Auftreten des Bewerbers ", sagte der Wissenschaftler der in Halle erscheinenden Mitteldeutschen Zeitung (Samstag-Ausgabe). Diese sehr persönlichen Internet-Informationen seien ja zu einem ganz anderen Zweck eingestellt worden - ihre Nutzung zum Zweck der Bewerberprüfung veränderten und verfälschten deshalb ihre Gültigkeit.

      Zudem müsste bei der klassischen Bewerbung der Kandidat über das
Einholen von Referenzen informiert werden und damit einverstanden
sein, so Becker weiter. "Das zu umgehen,  widerspricht dem
klassischen aufrichtigen Umgang mit Mitarbeitern." Hinzu komme:
Fragen im klassischen Einstellungsinterview sind nur in Bezug auf das
Tätigkeitsfeld des Bewerbers erlaubt. In vielen Unternehmen gleiche
das Auswahlverfahren insgesamt inzwischen standardisierten
Haarschneideautomaten, rügt Becker:  "Die Köpfe sind sehr
unterschiedlich, doch am Ende sind alle Ausgewählten
stromlinienförmige Klone, die alle
die gleiche Art Kleidung und die gleichen Ansichten tragen. Das
Ergebnis sind keine Tüftler, sondern Mitarbeiter von der Stange. "

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Jörg Biallas
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