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Mitteldeutsche Zeitung: Politik/Gesundheit Klinik-Lücke bei Organspende - Nur jedes zweite Krankenhaus beteiligt sich

Halle (ots) - Nicht einmal die Hälfte aller Krankenhäuser in Mitteldeutschland beteiligt sich an Organspenden. Laut der Deutschen Stiftung Organspende (DSO) waren es 2007 nur 46 Prozent der 147 Häuser in Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen, die Organe verstorbener Patienten für eine Transplantation zur Verfügung gestellt haben. Die Stiftung ist mit dieser Quote unzufrieden. Laut Christa Wachsmuth, die für die DSO in Mitteldeutschland die Organspenden koordiniert, warten durchschnittlich 12 000 Menschen in Deutschland auf eine lebensrettende Transplantation von Niere, Leber, Herz, Bauchspeicheldrüse oder Lunge. Die Gründe für die Zurückhaltung der Kliniken sind vielfältig. Während Uni-Klinken sich ebenso ohne Ausnahme beteiligen wie Krankenhäuser mit einer neurochirurgischen Abteilung, ist die Bilanz in allen anderen Häusern mit 37 Prozent Beteiligung eher gering. Nach Meinung von Wachsmuth mangelt es aufgrund der Alltagsbelastungen der Ärzte oft an Aufmerksamkeit, um potenzieller Spender zu erkennen. Zusätzlich gebe es eine Scheu, mit den Angehörigen über eine Organspende zu sprechen. "Dabei wissen wir, dass es für viele Angehörige ein Trost ist. Oftmals wird der Tod dann nicht als sinnlos empfunden", so Wachsmuth. Auch die Landeskrankenhausgesellschaft Sachsen-Anhalt ist sich der Schwierigkeiten bewusst: "Für uns ist das Thema wichtig, wir haben in unseren Häusern aber zuerst mit anderen Widrigkeiten zu kämpfen", sagt deren Vorsitzender Peter Löbus. Fachärztemangel und finanzielle Sorgen ließen das Thema in den Hintergrund treten. Pressekontakt: Mitteldeutsche Zeitung Chefredaktion Tel.: 0345 565 4300 Original-Content von: Mitteldeutsche Zeitung, übermittelt durch news aktuell

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