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Lausitzer Rundschau: Die Politik und der Kampf gegen Doping Sentimentaler Glaube

    Cottbus (ots) - Typisch. Die politischen Dampfplauderer waren in den letzten Tagen schnell zur Stelle, nachdem die Dopingsünder im Radsport der Reihe nach ihre Radlerhosen heruntergelassen haben. Doch wenn es Merkel und Schäuble und all die anderen mit ihrem Entsetzen wirklich ernst meinen würden, dann hätte das Bundeskabinett gestern ganz anders an die Sache herangehen müssen. Wir legen unsere wachsweiche Novelle des Arzneimittelgesetzes wegen Wirkungslosigkeit im Kampf gegen Doping beiseite. Wir fangen angesichts der dramatischen Ereignisse noch einmal ganz von vorn an - und zwar mit einem eigenen, harten Anti-Doping-Gesetz. Das wäre klug, überzeugend und die richtige Marschrichtung gewesen. Doch die Politik hat offenbar die eigene Courage verlassen; vielleicht aus sentimentalem Glauben an den Sportsgeist, an die Selbstreinigungskräfte der Höher-Schneller-Weiter-Branche. Vielleicht aber auch aus der einfachen Gewissheit, im Kampf gegen das Doping zwangsläufig scheitern zu müssen. Also lieber gleich kapitulieren vor dem Sport und seiner Mega-Lobby. All die Sünder, all die Hintermänner werden sich jedenfalls ins Fäustchen lachen angesichts der großen Naivität, mit der die politischen Anti-Doping-Kämpfer glauben, den kriminellen Netzwerken Herr werden zu können. Wie wäre es mit einem Blick in die Nachbarländer? Frankreich, Italien, Spanien haben es vorgemacht. Dort wird verfolgt - und nicht verschont.

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