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Lausitzer Rundschau: Skandalöse Umstände Pfarrer aus dem Kongo zieht sich in Bayern wegen Rassismus zurück

Cottbus (ots) - Verlassen von Gott und allen guten Geistern kann man nur den Leuten zurufen, die bei der Hatz auf den katholischen Priester Olivier Ndjimbi-Tshiende mitgemacht haben. Sie sollten sich schämen. In Zorneding bei München scheint sich mancher dazu entschieden zu haben, lieber rechts als christlich zu sein, lieber auf Hass und Ablehnung als auf Nächstenliebe und Respekt zu setzen. Konsequenzen für beteiligte CSU-Mitglieder wurden ja schon vor einigen Wochen seitens der regionalen Parteiführung gezogen. Aber offenbar waren sie nicht ausreichend und hart genug, wenn der aus dem Kongo stammende Pfarrer jetzt entnervt das Handtuch wirft. Sollte sich erneut herausstellen, dass sich CSU-Mitglieder an den rassistischen Schmähungen beteiligt haben, dann dürfen sie nicht länger in der Partei verbleiben. Es ist richtig, dass sich nun auch Horst Seehofer in den skandalösen Fall eingeschaltet hat. Das muss er als Ministerpräsident Bayerns, da es sich um einen bisher wohl noch nie dagewesenen Vorgang in dem von ihm regierten Freistaat handelt. Aber auch als Parteivorsitzender hat Seehofer eine klare Kante zu ziehen. Schließlich geht es zugleich um das Selbstverständnis seiner CSU, die an erster Stelle das "Christlich" in ihrem Namen trägt. Seehofer wird wissen: Es passt nicht, sich als Regierungschef eines weltoffenen, international aufgestellten Landes feiern zu lassen, und es im Alltag einer bayerischen Kirchengemeinde nicht zu sein. Wahre Führungsstärke zeigt sich, wenn man konsequent auf die Dinge reagiert, die schieflaufen. Und im oberbayerischen Zorneding ist in übler Weise etwas schiefgelaufen. Nicht nur, aber auch seitens der CSU. Gleichwohl sollte der Partei-Chef sich endlich einmal selbstkritisch hinterfragen, inwieweit seine Parolen wie die einer "Herrschaft des Unrechts" in Deutschland jene beflügeln, die Hass säen und andere mundtot machen wollen.

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