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Lausitzer Rundschau: Zur DGB-Forderung zu unbezahlten Überstunden

Cottbus (ots) - Sie arbeiten auch öfter mal länger? Da sind Sie nichts Besonderes. Rein statistisch gesehen hat im vergangenen Jahr jeder Arbeitnehmer im Schnitt fast 50 Überstunden geleistet. Die Gewerkschaften sehen darin eine bedrohliche Entwicklung, weil größere Arbeitsbelastungen zu Stress und Erkrankungen führen. Zwar ist dieses Argument nicht von der Hand zu weisen. Die Arbeitswelt hat sich in den vergangenen Jahren stark verändert. Die Grenzen zwischen Büro und Freizeit sind oft fließend, weil ständige Erreichbarkeit gefordert wird. Doch sind Überstunden nicht per se schlecht. Nicht wenige Beschäftigte bessern damit ganz bewusst ihr Gehalt auf. Und selbst wenn die Mehrarbeit nicht bezahlt wird, muss dahinter nicht immer gleich ein skrupelloser Arbeitgeber stecken. Denn der Trend, Überstunden auf Arbeitszeitkonten anzusparen, um sie zu einem späteren Zeitpunkt abzubummeln, bis hin zur Möglichkeit eines flexibleren Renteneintritts, gehört inzwischen genauso zur modernen Arbeitswelt. Während der letzten großen Wirtschafts- und Finanzkrise waren es nicht zuletzt ihre Arbeitszeitkonten, die viele Beschäftigte vor Entlassungen bewahrt haben. Und noch etwas sollte nicht außer Acht geraten: Deutschland hat im internationalen Vergleich zwar lange Wochenarbeitszeiten. Doch über das gesamte Jahr betrachtet arbeiten nur die Franzosen und Dänen weniger als die Deutschen. Das liegt vor allem an der hohen Zahl der tarifvertraglich ausgehandelten Urlaubstage. In einem Punkt hat der DGB freilich rundum recht: Wenn Überstunden dauerhaft anfallen, dann muss dafür zusätzliches Personal eingestellt werden. Das ist übrigens auch im Interesse der Unternehmen. Denn wer im Dauerstress ist, wird auf Dauer kaum gute Arbeitsergebnisse liefern können.

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