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Lausitzer Rundschau: Auf dem Papier Zum Treffen von Putin und Tsipras

Cottbus (ots) - Man kann es dem griechischen Regierungschef Tsipras nicht verübeln, dass er sein Heil und das seines Landes auch in Russland sucht. Das Wasser reicht den Griechen ökonomisch wie finanziell bis zum Hals. Nur, in Russland steht es auch nicht gerade zum Besten. Aufgrund der verhängten EU-Sanktionen wegen der Ukraine-Politik von Präsident Putin ist das Land in eine schwere Wirtschaftskrise gerutscht. Das gestrige Treffen ist also eine Art Treffen der Verlierer gewesen. Wirklich durchgreifend helfen können beide sich nicht - das kann vermutlich nur der Rest Europas. Deswegen hat die Begegnung vor allem einen symbolischen Charakter gehabt, sie war ein Muskelspiel. Das entspricht allerdings der bisherigen politischen Linie der neuen griechischen Regierung, die Putin, persona non grata in Europa, dankbar aufgreift. Und weil das so ist, muss die Europäische Union auch nicht über jedes Stöckchen so empört springen, das ihr die Griechen hinhalten. Vereinbart wurde zudem nichts, was Brüssel derzeit wirklich extrem erzürnen müsste. Wenn Russland für Griechenland das Embargo gegenüber EU-Agrarprodukten lockern will, dann mag das der griechischen Wirtschaft kurzfristig helfen und ein Ärgernis für deutsche Bauern sein. Aber damit sind die gigantischen Probleme Athens noch längst nicht beseitigt. Die von Russland übrigens auch nicht. Und vieles steht nur auf dem Papier, wie die Pläne im Energiebereich, die Pipeline- und Gasvorhaben. Die Umsetzung wird dauern. Also gemach. Tsipras' gestriger Auftritt lässt nicht den Rückschluss zu, dass er - wie von manch einem befürchtet - künftig in Brüssel als Trojanisches Pferd für Putin agieren wird. Vorerst jedenfalls.

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