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Lausitzer Rundschau: Zu Putins Krim-Geständnis

Cottbus (ots) - Es war immer misslich für Wladimir Putin, dass er die Krim zwar erfolgreich heim ins russische Riesenreich geholt hatte, über seinen Anteil daran aber aus taktisch-strategischen Gründen nicht reden durfte. Das erinnerte dann doch irgendwie an eine pubertäre Mutprobe, die man den Mädchen nicht zeigen kann oder, um näher am hier betrachteten Sachverhalt zu bleiben, an einen Raubzug, dessen Beute man sogleich vergraben muss. Frustrierend. Aber als die Aktion lief, musste der russische Präsident seine Soldaten verstecken, um nicht gleich international geächtet zu werden. Offiziell waren es deshalb die Krim-Bewohner selbst, die plötzlich keine Lust mehr auf Ukraine hatten; die Invasoren schraubten ihre Nummernschilder ab. Einige Wohlmeinende im Westen versuchen angestrengt, an diese offizielle Moskauer Version zu glauben. Sie haben nun allerdings das Pech, dass in Putins Brust auch noch das Herz des bei seinem Volk Anerkennung suchenden Potentaten schlägt, eines Mannes, der als der größte russische Held seit Menschengedenken gelten möchte. Egal, ob ihn der Rest der Welt deshalb für einen waffenstarrenden Gernegroß hält, der sein Land ruiniert. Und so war absehbar, was ziemlich genau ein Jahr nach der Einverleibung der Halbinsel im Schwarzen Meer jetzt geschehen ist: Die Veröffentlichung einer Heldensaga exklusiv fürs russische Fernsehen, in der Putin sich als Initiator der ganzen Krim-Aktion zu erkennen gibt. Wetten, dass es in einem Jahr über die Schlacht um den Donbass ganz ähnliche Bekenntnisse geben wird? Sonst hätte sie ja auch keinen Sinn gemacht. 

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