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Lausitzer Rundschau: Wahrheitstest in Debalzewe - Die brüchige Waffenruhe im Ukraine-Konflikt

Cottbus (ots) - Schon in den Minsker Verhandlungen in der vergangenen Woche zeichnete sich ab, dass die Lage in und um Debalzewe der erste Knackpunkt für das Waffenstillstandsabkommen sein würde. Die Separatisten wollten den strategisch wichtigen Ort unbedingt erobern, um ihre beiden Gebiete, Donezk und Lugansk, optimal miteinander zu verbinden. Deshalb bestanden sie, eifrig unterstützt von Wladimir Putin, auf einen möglichst späten Beginn des Waffenstillstandes. Sie wollten noch länger töten dürfen. Und feuerten folgerichtig seit Minsk aus allen Rohren auf den Ort und die dort eingeschlossenen ukrainischen Soldaten. Waffenstillstand heißt, dass alle Seiten kampflos dort verharren, wo sie zu Beginn des Waffenstillstandes sind. Sonntag um null Uhr gehörte Debalzewe der Ukraine. Die Separatisten haben mit ihrem Vorgehen schon den ersten Punkt der Vereinbarung gebrochen. Dass beide Seiten deswegen nun ihre schweren Waffen nicht abziehen, Punkt zwei, ist die logische Folge. Damit gerät das ganze fragile Konstrukt von Minsk in höchste Gefahr. Wenn Wladimir Putin seinen Schützlingen an dieser Stelle nicht in letzter Sekunde doch noch in den Arm fällt, zerstört er auch für die Zukunft die politische Grundlage jeglicher Kooperation mit ihm. Denn ein solches Verhalten würde bedeuten, dass der russische Präsident nicht bereit ist, von ihm selbst mit ausgehandelte Vereinbarungen umzusetzen. Damit wäre er für Merkel, Hollande und Poroschenko kein ernst zu nehmender Verhandlungspartner mehr. Sondern bloß ein Hochstapler, Lügner - und Gegner. Will Putin das ernsthaft sein? Wegen Debalzewe?

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