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Lausitzer Rundschau: Nichts gelernt Mehr Angriffe auf Asylbewerberheime

Cottbus (ots) - Man muss kein Psychologe sein, um zu wissen, dass besonders verblendete Mitbürger sich zur Gewalt ermutigt fühlen, wenn Woche für Woche rechte Parolen wie selbstverständlich auf deutschen Straßen gerufen werden. Wenn Flüchtlinge für alles Übel dieser Gesellschaft herhalten müssen. Dann sinkt die Hemmschwelle, irgendwann auch vor einem Asylbewerberheim zur Tat zu schreiten. Es ist erschreckend, wie stark die Angriffe auf Flüchtlingsunterkünfte im vergangenen Jahr angestiegen sind. Vor allem in den Monaten Oktober bis Dezember, als Pegida damit begann, Volkes Zorn angeblich eine Stimme zu geben. Inzwischen ist der Bewegung ja zum Glück die Luft ausgegangen, weil das Führungspersonal sich demaskiert und völlig zerstritten hat. Der Schwenk nach rechts, die Instrumentalisierung von zum Teil sogar berechtigtem Frust mancher Bürger ist unverkennbar gewesen. Einige Menschen haben jedoch nichts dazugelernt. Volkes Zorn hat mitunter auch eine kriminelle Hand. Das ist umso beängstigender, da die Republik eine unrühmliche Geschichte der Angriffe auf Asylbewerberunterkünfte oder Ausländer hat: Hoyerswerda, Rostock-Lichtenhagen, Mölln, Solingen. Dort haben sich gewaltbereite Fanatiker mit rechter Gesinnung zum Teil tödlich ausgetobt. In Solingen starben 1993 fünf Menschen. Der damalige Ministerpräsident und spätere Bundespräsident Johannes Rau sagte seinerzeit, das Bewegendste sei für ihn die Haltung der betroffenen Familie gewesen. "Da war kein Hass, kein Abschied, sondern stets der Ruf nach Versöhnung zwischen den Menschen und den Völkern." Das sollten sich die hinter die Ohren schreiben, die heute wieder Ausländer zu Sündenböcken abstempeln.

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