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Lausitzer Rundschau: Auf ganz kleiner Flamme Zum Kompromiss der Bundesregierung beim Fracking

Cottbus (ots) - Die Gaskonzerne glauben selbst nicht, dass Fracking in Europa eine ähnliche Zukunft haben wird wie in den USA, erst recht nicht in dicht besiedelten Ländern wie Deutschland. Denn dazu gibt es zu viele Ängste bei den Bürgern, und diese Ängste haben ganz reale Auswirkungen. Wegen ihrer sinken nämlich die Immobilienwerte. Massiver Widerstand ist überall dort programmiert, wo einer auch nur darüber nachdenkt, einen Bohrturm zu errichten. Was die Energieunternehmen unter diesen Umständen allein wollten, war eine Forschungserlaubnis. Sie wollten sich die Möglichkeit erhalten, zukünftig vielleicht den Widerstand so aufbrechen zu können, wie die neue Technik tief unter der Erde Gesteinsschichten aufbricht, um Schiefergas in ungeahnten Mengen freizusetzen. Zumal das Verfahren sich tatsächlich ja weiterentwickelt und immer besser auch ohne Chemie auskommt. Allerdings: Die indirekten ökologischen Schäden kriegt keine Forschung weg. Gas ist und bleibt ein fossiler Brennstoff, der aus Klimasicht besser auf ewig unten bliebe. Diese Forschungserlaubnis kommt nun. Das ist ein Zugeständnis der Koalition, aber es bedeutet nicht, dass damit auch Fracking kommt. Dazu sind die anderen Bedingungen zu hart: Nicht mit Chemie, nicht in Wasser- oder Naturschutzgebieten, nur tiefer als 3000 Meter, nur mit Votum einer Expertenkommission und auch dann nur als Ausnahme - das alles kann man nicht wirklich als Einknicken vor der Lobby verstehen. Das Flämmchen Fracking ist mit diesem Koalitionskompromiss in Deutschland zwar nicht aus. Aber es brennt nur noch ganz, ganz klein.

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