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Lausitzer Rundschau: Klare Regeln schaffen Behinderter Weitspringer Rehm nicht für EM nominiert

Cottbus (ots) - Er hätte der erste Behinderte bei einer Leichtathletik-EM der Nichtbehinderten sein können. Eine Ikone der Inklusion womöglich, die diesem generell sensiblen gesellschaftlichen Thema hätte Auftrieb verschaffen können. Der unterschenkelamputierte Weitspringer Markus Rehm wurde vom Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) jedoch nicht für die EM nominiert - obwohl er jüngst deutscher Meister bei den Nichtbehinderten geworden ist und die EM-Norm geknackt hat. Ist die Entscheidung des DLV also ungerecht? Nein, ist sie nicht. Denn in diesem heiklen Fall ist eine wichtige Frage ungeklärt: Verschafft ihm seine Prothese einen Vorteil oder nicht? Die bisherigen Analysen geben darüber keinen Aufschluss. Nur so viel ist klar: Rehm hatte einen langsameren Anlauf, sprang aber weiter als seine nicht behinderten Konkurrenten. Der Schluss liegt nahe, dass seine Hightech-Prothese eine Katapultwirkung hat. Diesem Stand zufolge ist es einfach nachvollziehbar, dass der DLV von einer Nominierung Rehms Abstand nimmt und den freien EM-Startplatz einem nicht behinderten Athleten überlässt. Vorwerfen könnte man dem DLV, dass er es verpennt hat, frühzeitig ein umfassendes (ziemlich teures und zeitaufwendiges) Gutachten in Auftrag zu geben. Aber komplizierte Gutachten hin oder her: Inklusion im Hochleistungssport - wie praktikabel ist das eigentlich? Diese Frage muss der Leichtathletik-Weltverband beantworten und endlich klare Regeln schaffen, was das Startrecht Behinderter bei Wettkämpfen Nichtbehinderter an geht.

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