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Lausitzer Rundschau: Ein Trümmerhaufen Die Lage der Piratenpartei

Cottbus (ots) - Es ist noch nicht einmal drei Jahre her, da wurden die Piraten nach ihrem sensationellen Erfolg bei der Wahl zum Abgeordnetenhaus in Berlin bundesweit als neue Kraft in der Parteienlandschaft gefeiert. Als Stachel im Pelz der Etablierten. Danach kaperten die Newcomer mit ihrem lockeren Politikverständnis noch drei weitere Landtage. Mehr Beteiligung, völlige Transparenz, moderne Politik für moderne Menschen, das klang schon damals zu schön, um wahr zu sein. Der einstige Hype ist lange verflogen. Das hat bereits das miserable Ergebnis bei der Bundestagswahl gezeigt. Die Partei gleicht jetzt sogar einem Trümmerhaufen, nachdem wegen innerparteilicher Querelen und Flügelkämpfe erneut wichtige Funktionsträger die Brocken hingeschmissen haben. Neid, Missgunst, Besserwisserei haben das politisch interessante Experiment auf Bundesebene scheitern lassen. Und in den Landtagen sieht es vielfach nicht besser aus. Die Piraten haben trotz oder wegen ihrer anfänglichen Wahlerfolge eine fatale Entwicklung genommen: Sie sind zur Spielwiese für Nerds und Egomanen geworden, die Leuten mit klaren Vorstellungen und Ambitionen keinen Platz lassen. Das überlebt keine Partei. Inzwischen ist sogar unklar, ob sie angesichts ihres desolaten Zustands überhaupt ins europäische Parlament einziehen wird. Obwohl das Bundesverfassungsgericht die Drei-Prozent-Hürde für die Europawahl im Mai gekippt hat. Freude darüber ist jedoch nicht angebracht. Denn der Traum vieler Bürger, mit den Piraten Politik neu und anders zu gestalten, ist endgültig zerplatzt.

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