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Lausitzer Rundschau: Zur Situation des FC Energie Cottbus

Cottbus (ots) - Schluss ist immer erst, wenn der Schiedsrichter zum letzten Mal pfeift, die Hoffnung stirbt auch für Energie Cottbus zuletzt. Doch nüchtern betrachtet ist die Chance auf den Klassenerhalt nur noch sehr klein. Der FCE kann allenfalls noch auf den Relegationsrang hoffen, doch angesichts von acht Punkten Rückstand ist auch der schon sehr weit weg. Stattdessen muss man sich wohl mit der schlimmen Vorstellung vom Abstieg vertraut machen. Es ist viel falsch gelaufen: Allein die Tatsache, dass Energie zuletzt aus unterschiedlichen Gründen freiwillig auf die Dienste von Almer, Banovic, Jendrisek und Sanogo verzichtete, ist bezeichnend. Diese teuren Profis sollten eigentlich die Stützpfeiler sein - doch sie sind nicht mehr richtig fit, motiviert oder gut genug. Das Gerüst der Mannschaft ist auseinandergebrochen. So stürzt der Verein hilflos in Richtung Drittklassigkeit. Der desaströse Auftritt in der ersten Halbzeit gegen Aue war der nächste Tiefpunkt einer traurigen Saison, für die es verschiedene Gründen gibt. Trainer Stephan Schmidt hat es nie geschafft, eine neue Euphorie zu entfachen und in neun Spielen nur ein Unentschieden erreicht. Das ist eine katastrophale Bilanz. Die Mannschaft ist keine funktionierende Einheit - aber daran haben auch Ex-Trainer Rudi Bommer und der ehemalige Sportdirektor Christian Beeck ihre Aktien. Ihr Kompetenzstreit um Neuverpflichtungen und sportliche Ausrichtung wirkt heftig nach. Für diese hausgemachte Fehlerquelle müssen Präsident Ulrich Lepsch und dessen Mitstreiter die Verantwortung übernehmen. Lepsch, dessen Wort das mit Abstand größte Gewicht hat, muss sich fragen lassen, ob die Profiabteilung die richtigen Strukturen hat, um in der hochprofessionellen Branche zu bestehen. Diese grundsätzliche Frage gilt es nun mit dem Blick auf die 3.Liga neu zu beantworten. So blöd es klingt: Der riesige Rückstand ist dabei für Energie ein kleiner Vorsprung. Die Cottbuser können frühzeitig die Planungen für die neue Saison intensivieren. Und auch wenn vor allem über Trainer Schmidt diskutiert wird, ist diese Personalie nicht das dringendste Problem. Dessen absehbare Entlassung dürfte den Club kaum stabilisieren. Und ein Heilsbringer für die Trainerbank ist nur schwer zu finden. Vielmehr benötigt der Verein mehr sportliche Kompetenz in der Führungsspitze. Ein Sportdirektor muss her, der mit genügend Machtfülle ausgestattet, den sportlichen Bereich umkrempelt. Es gilt, eine neue, zukunftsfähige Mannschaft aufzubauen und den passenden Trainer zu finden. Dafür braucht Energie einen Top-Mann mit gutem Netzwerk und nachhaltigem Konzept. Keine Frage: Solche Experten sind rar gesät. Doch Energie muss einen finden - und zwar recht bald. Denn irgendwann hat der Schiedsrichter in dieser Saison zum letzten Mal gepfiffen.

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