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Lausitzer Rundschau: Das Geschmäckle Zum Wechsel von Ex-Kanzleramtsminister Pofalla zur Deutschen Bahn

Cottbus (ots) - Fachlich ist absolut nichts gegen den Wechsel Ronald Pofallas in den Vorstand der Deutschen Bahn zu sagen. Der Mann ist ein versierter Strippenzieher und hat beste Kontakte. So einen kann das Staatsunternehmen gebrauchen - und Pofalla wird den Job sicher gut ausfüllen. Auch war er als Kanzleramtsminister vorher nicht direkt mit Belangen der Bahn befasst, jedenfalls nicht mehr als jedes andere Regierungsmitglied. Der Verdacht der Beeinflussung politischer Entscheidungen durch die Wirtschaft ist nicht begründet. Ein starkes Geschmäckle hat die Personalie dennoch. Denn Pofalla rückt nicht etwa auf einen frei werdenden Vorstandsposten nach, vielmehr wird die Position nach den vorliegenden Informationen extra für ihn geschaffen. Und das für über eine Million Euro im Jahr. Da die Bahn ein Unternehmen im Staatsbesitz ist, kann man hier mit Fug und Recht von Selbstbedienung der Politik sprechen. Ein in den Augen Angela Merkels verdienter und fähiger Parteifreund soll einen schönen Posten bekommen, also wird der konstruiert. Das wirft einen Schatten auf alle drei Beteiligten: Auf die Bahn, die den Makel des Staatsbetriebes doch so gerne loswerden möchte und nun einen Imageschaden davontragen wird. Auf Ronald Pofalla, der jetzt nicht mehr beweisen kann, dass er auch ohne politische Protektion einen Top-Job in der freien Wirtschaft gefunden hätte. Und auf Angela Merkel, die sich hier einen Staatsbesitz zur Parteibeute macht. Jedenfalls sollte sie den Griechen nicht mehr wegen ihrer angeblich so verlotterten Parteibuchwirtschaft die Leviten lesen.

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