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Lausitzer Rundschau: Papier und Praxis Wirtschaft warnt vor Mindestlohn ohne Ausnahmen

Cottbus (ots) - Der gesetzliche Mindestlohn kommt. Nur, unter welchen Umständen und mit welchen Folgen, das steht einstweilen noch in den Sternen. Denn die schwarz-rote Koalitionsvereinbarung bietet dafür jedenfalls noch einigen Interpretationsspielraum. Immerhin wollen Union und SPD die Detailarbeit "im Dialog" mit den Tarifpartnern meistern und "mögliche Probleme" bei der Umsetzung berücksichtigen. Das hört sich lapidar an, ist es aber nicht. Denn selbst manchem Gewerkschafter dämmert wohl mittlerweile, dass man bei aller löblichen Absicht auch übers Ziel hinausschießen kann. Da die Marke von 8,50 Euro als Lohnuntergrenze bereits feststeht, sind Ausnahmen notwendig. Auch der beste Mindestlohn muss schließlich erst einmal erarbeitet werden. Bei Lehrlingen oder Praktikanten im Schul- oder Studentenalter wird es da zweifellos schwierig. Zumal in der Ausbildung das Lernen im Vordergrund stehen muss und (noch) nicht die individuelle Produktivität. Vor diesem Hintergrund macht es Sinn, solche Gruppen vom Mindestlohn auszunehmen. Damit deshalb aber nicht falsche Anreize entstehen, wäre es auch vernünftig, über eine Altersschwelle nachzudenken. Denn ansonsten wäre der einfache Hilfsjob für manchen am Ende attraktiver als eine solide Berufsausbildung. Schon an diesen wenigen Beispielen zeigt sich, dass es gar nicht so einfach ist, einen flächendeckenden Mindestlohn vom Papier in die Praxis zu übertragen. 8,50 Euro für alle, das klingt zwar sehr populär. Doch damit wären auch Verwerfungen am Arbeitsmarkt programmiert. Bundesregierung und Tarifpartner müssen sich hier tatsächlich an einen Tisch setzen, um Fehlentwicklungen zu vermeiden.

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