Lausitzer Rundschau: Wäre da nicht "Opus Dei" Zum Urteil des Bundesverwaltungsgerichts zu einem Jungengymnasium

Cottbus (ots) - Ausgerechnet "Opus Dei". Ausgerechnet der konservativste, reaktionärste Flügel der katholischen Kirche will in Potsdam ein Gymnasium errichten. Ausgerechnet in der Brandenburger Landeshauptstadt soll eine reine Jungenschule entstehen. Eine Schulgründung dieser Gruppierung passt nicht ins tolerante Brandenburg, sie passt nicht zum weltoffenen Katholizismus des Erzbistums Berlin und auch nicht mehr ins 21. Jahrhundert. Das Leipziger Urteil freilich ist dennoch zu begrüßen. Denn lässt man einmal die Zusammenarbeit des Potsdamer Schulträgers mit dem "Opus Dei" außer Acht, ist es durchaus denkbar, dass eigenständige Jungen- und Mädchenschulen ein erfolgreiches Nischenangebot im Bildungssektor sein können. Etwa für Eltern, die ihre Kinder nach dem Vorbild der englischen Eliteschule Eton erziehen lassen wollen. Und genau für solche Ausnahmen gibt es in Deutschland die "Schulen in Freier Trägerschaft". Deswegen ist es gut, wenn die Leipziger Richter nun klarstellen, dass sich diese Schulen nicht in allem nach dem staatlichen System zu richten haben. Und es ist gut, wenn dem Hineinregieren von Brandenburgs Bildungsministerin Martina Münch in die Landschaft der freien Schulen Grenzen gesetzt werden. Denn die Bildungsangebote freier Träger können sich nur erfolgreich entwickeln, wenn sie pädagogisch eigenständige Wege gehen dürfen - egal, ob der Träger der Humanistische Verband, eine christliche Kirche oder eine Elterninitiative ist.

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