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Lausitzer Rundschau: Imagewandel Das Ende der IBA und die Zukunft der Lausitz

Cottbus (ots) - Matthias Platzeck ist ein Fan der IBA. Und das nicht erst, seit die Internationale Bauausstellung Fürst-Pückler-Land in der Lausitz in die Erfolgsspur geriet. Der brandenburgische Ministerpräsident war es vielmehr, der im Jahre 2000 gemeinsam mit Regine Hildebrandt ein wankelmütiges Kabinett Stolpe überzeugte, über seinen Schatten zu springen. Damals noch Umweltminister hatte Platzeck eine Vorstellung von der gigantischen Aufgabe, geschundene Bergbau-Folgelandschaften zu sanieren. Und er ließ sich von den kühnen Ideen eines Otto Rindt, Helmut Rippl oder Wolfgang Joswig anstecken, eine Lausitzer Bergbau-Seenkette entstehen zu lassen, die der ganzen Region ein neues Image verschaffen würde. Was Platzeck nicht ahnen konnte: Mit Professor Rolf Kuhn kam ein Visionär vom Bauhaus Dessau in die Kraterlandschaft des Lausitzer Reviers, der die Ansprüche der Vorgänger-IBA Emscher Park aus dem Ruhrgebiet zum Maßstab nahm. Seenkette ja, aber schiffbar verbunden. Industriemonument Förderbrücke F 60 ja, aber erleb- und begehbar. Schwimmende Häuser ja, aber zu einem architektonisch ansprechenden Wohnpark auf dem Wasser erweiterbar und energieökonomisch. Unmögliches zu wagen hatte Kuhn aus dem Ruhrpott mit auf den Weg bekommen. Diesen Anspruch erhob das IBA-Team bei all seinen 30Projekten. Herausgekommen ist eine Bergbausanierung mit Sahnehäubchen. Auf der mit 5000Quadratkilometern größten Landschaftsbaustelle Europas sind die vom Bund bereitgestellten Mittel dem Imagewandel der Lausitz sichtbar zugutegekommen. Der Bergbausanierer LMBV hat für sich neue Maßstäbe gesetzt. Seine Erfahrungen sind inzwischen international gefragt, sind Exportschlager. Eine "Lausitz-Charta" dokumentiert Nachahmenswertes. Und dennoch bleibt auch diese IBA unvollendet. Sicher, eine Vielzahl von Projektträgern bildet ein solides Fundament, Angefangenes fertigzustellen. Auch sind die Effekte, die eine attraktive neue Landschaft auf wirtschaftliche Ansiedlungen ausübt, noch überschaubar. Gerade deshalb aber wird es wichtig sein, in fünf oder zehn Jahren eine neuerliche Bilanz zu ziehen. Um zu zeigen, wozu Bergbausanierung in der Lage ist. IBA-Fan Matthias Platzeck hätte ganz sicher nichts dagegen.

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