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Lausitzer Rundschau: Minister kritisiert schwarz-gelbes Energiekonzept
Bremser Ramsauer

Cottbus (ots) - Als "Revolution" bezeichnete Angela Merkel das Energiekonzept der Regierung. "Epochal", sagte Vizekanzler Gudio Westerwelle. Beide meinten nicht die geplante Laufzeitverlängerung der Atomkraftwerke, sondern die tatsächlich weit reichenden Beschlüsse im Bereich der Gebäudesanierung. Das "Null-Emissionshaus" soll nach dem Willen der Koalition ab 2050 Standard für alle sein, also Pflicht. Die Regierung will diese Pflicht schrittweise durchsetzen, mit, aber zur Not auch gegen die Eigentümer. Doch jetzt schießt der eigene Bauminister quer, spricht von unzulässigem Eingriff in Eigentumsrechte und warnt vor exorbitanten Kosten. Dass den Investitionen Erträge gegenüberstehen, verschweigt Peter Ramsauer. Das "Null-Emissionshaus" rechnet sich, und es ärgern sich nicht die Hausbesitzer, sondern die Ölscheichs. Der Einwand des CSU-Politikers zielt direkt auf den Kern des Energiekonzepts. Würde er sich durchsetzen, dann bliebe von dem ganzen Projekt nur jener ominöse Vertrag mit den Stromkonzernen übrig, der als Atomdeal noch milde umschrieben ist. Wäre er weitsichtiger, dann würde Ramsauer Antreiber sein, statt Bremser. Denn hier hat er die Chance, als Minister für die Zukunft etwas zu hinterlassen, das mehr ist als Stuttgart 21. Deutschland steht vor einer regelrechten Sanierungswelle, weil die Hälfte der Häuser in den ersten zwei Nachkriegsjahrzehnten errichtet wurden. Das ist eine Riesenchance auch für Arbeitsplätze in der Bauwirtschaft und im Handwerk. Der Minister hat den Ball, das Tor steht weit offen. Wenn er ihn jetzt nicht reinmacht, muss man ihn auswechseln.

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