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Lausitzer Rundschau: Freude ja, Jubel nein Zum weiteren Sinken der Arbeitslosigkeit in Deutschland

Cottbus (ots) - Die Horrormeldungen sind noch in Erinnerung: Vor etwas mehr als einem Jahr gingen die führenden Wirtschaftsinstitute noch von fast fünf Millionen Arbeitslosen bis Ende 2010 aus. Und heute? Unter drei Millionen sind für den Herbst prophezeit. In ökonomischen Krisenzeiten gleichen Konjunkturprognosen also offenbar einem Blick in die Glaskugel. Die Arbeitslosigkeit sinkt, Wirtschaftsminister Rainer Brüderle jubelt. Dabei hat er vermutlich den geringsten Anteil daran, dass sich der Arbeitsmarkt in der Krise als robust erwiesen hat und die Wirtschaft wieder brummt. Zum einen saß Brüderle noch in der Opposition, als die Große Koalition mit ihren Konjunkturpaketen und der Kurzarbeit sinnvolle Maßnahmen auf den Weg brachte, von denen die Wirtschaft heute profitiert. Die FDP war damals in vielen Punkten dagegen. Zum anderen ist das von Brüderle gepriesene Jobwunder ein erkauftes und ein wackliges zugleich. Tatsächlich hat nämlich die staatlich subventionierte Kurzarbeit Hunderttausende Arbeitsplätze gerettet. Jetzt, wo die Krise überstanden scheint, haben die Unternehmen ihre Fachkräfte noch im Betrieb. Zugleich sind zig Personen im vergangenen Jahr aus der Erwerbslosenstatistik verschwunden, weil sie laut Bundesanstalt für Arbeit in Rente gegangen sind. Ein Teil des Wunders ist also schnöde Statistik. Und noch etwas kommt hinzu: In den vergangenen Monaten sind zwar neue Arbeitsplätze entstanden, aber vor allem in der Zeitarbeit - also solche Jobs, die kaum nachhaltig sind und den Beschäftigten wenig Sicherheit bieten. Deswegen: Freude ja über die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt, aber Jubel nein.

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