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Lausitzer Rundschau: Humanitäre Katastrophe Zur Flut in Pakistan und den Spenden aus Deutschland

Cottbus (ots) - Dieses Mal sind keine Touristen aus Europa betroffen wie vor einigen Jahren beim Tsunami im Indischen Ozean. Dieses Mal findet die Katastrophe nicht während der Weihnachtsfeiertage statt, wo den Menschen der Geldbeutel besonders locker sitzt. Dieses Mal geht es nicht um Trauminseln in den Tropen wie Bali oder die Seychellen. Dieses Mal ist die Katastrophe in Pakistan - und zugleich auch in Europa. Denn der schleppende Beginn der Hilfsaktionen für die mehr als 20Millionen Kinder, Frauen und Männer, die von den Überflutungen in Pakistan betroffen sind, ist für die Menschen nichts anderes als eine zweite Katastrophe. Von einer Spendenflut wie nach dem Tsunami ist derzeit jedenfalls noch nicht sehr viel zu sehen. Natürlich, die Naturkatastrophen häufen sich in diesem Jahr. Auf Haiti gab es ein Erdbeben, und in Russland brennen Wälder. Immer mehr Menschen benötigen Unterstützung. Immer öfter wird zu Spenden aufgerufen. Doch bislang sind nur wenige Millionen Euro auf den Konten der Hilfswerke eingegangen. Was auf den ersten Blick durchaus nach "viel" klingt. Doch umgerechnet auf 80Millionen Bundesbürger bedeutet das eben auch, dass längst nicht jeder Einzelne auch nur einen Euro spendete. Viele haben noch nichts gegeben, geben nichts und werden auch nichts geben. Weil sie das Schicksal der Menschen in Pakistan nicht interessiert. Das ist hartherzig. Doch Entwicklungshilfeminister Dirk Niebel (FDP), der nun die geringe Spendenbereitschaft der Bundesbürger medienwirksam kritisiert, sollte auch daran denken, dass manche eben auch nichts geben können. Weil sie Hartz IV oder nur eine geringe Rente bekommen. Oder weil sie schon reichlich für andere Anliegen gegeben haben: die Seenotretter, die freiwillige Feuerwehr, den Naturschutz oder eben auch die Erdbebenopfer in Haiti. Zumal in der Politik selbst genug im Argen liegt: Wenn mitten in einer Flutkatastrophe der im Haushalt des Auswärtigen Amtes angesiedelte Etat für humanitäre Hilfe um 20 Prozent gekürzt wird, zeugt das nicht gerade von politischem Realitätsbewusstsein. Denn so wenig Naturkatastrophen vorhersagbar sind: Der Klimawandel wird nach Meinung der meisten Experten dazu führen, dass ihre Zahl eher steigt als fällt. Die Folgen von Wirbelstürmen und Überschwemmungen werden künftig noch wesentlich häufiger als bisher in den Fernsehnachrichten zu sehen sein. Staatliche Hilfe wie Spendengelder werden sich auf immer mehr Katastrophen aufteilen müssen. Wer da bei der humanitären Hilfe kürzt, wird eines Tages selber in den Fluten untergehen.

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