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Lausitzer Rundschau: Tod im Kugelhagel Mordanschlag auf christliche Helfer in Afghanistan

Cottbus (ots) - Sie wollten helfen und wurden zu Opfern. Zehn Mitarbeiter eines christlichen Hilfswerks starben in den Tälern des Hindukusch. Und wie fast immer, wenn Entwicklungshelfer irgendwo auf der Welt Opfer von Ermordungen und Entführungen werden, tauchen nun die Fragen auf: War es leichtfertig, ohne militärischen Schutz eine abgelegene Berggegend zu besuchen? Waren die Helfer fromme Träumer, die aus ihrem Glauben heraus alle Gefahren ignorierten? Zumindest eines kann wohl mit Sicherheit gesagt werden: Eine Hilfsorganisation, die seit 1966 fast ununterbrochen in Afghanistan präsent ist, wird wissen, wie man sich dort zu verhalten hat. Wenn die "International Assistance Mission" (IAM) es für sicher hielt, die Augenärzte in die Berggegend zu schicken, war das vermutlich sehr genau bedacht. Und wenn die Christen von IAM ihrem Jahresbericht zufolge sogar Unterstützung vom muslimischen Hilfswerk "Islamic Relief" erhalten, zeugt das von anerkannter humanitärer Hilfe, die Respekt verdient. Doch ein Restrisiko bleibt immer und überall, gerade in einem Bürgerkriegsland. Das zeigt auch die gerade erst glücklich überstandene Entführung zweier Mitarbeiter des Technischen Hilfswerks im Sudan. Fatal freilich wäre es, würde dieses Restrisiko nun zu einem Argument für den Abzug der Isaf-Truppen. Denn gerade Organisationen wie die IAM zeigen, was in Afghanistan an Entwicklungshilfe möglich ist. 250000 Menschen pro Jahr werden allein von den Mitarbeitern dieser Organisation an den Augen operiert. Unter den Taliban wäre das wohl anders: Nichts zeigt deutlicher, wie es nach ihrem Sieg zugehen würde, als ihre Freude über die kaltblütige Ermordung der westlichen Helfer in den Tälern des Hindukusch. Doch wo Ärzte im Kugelhagel sterben, findet auch die Menschlichkeit ihr Grab.

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