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Lausitzer Rundschau: Hoffen, aber nicht abheben Zum Stimmungshoch in der deutschen Wirtschaft

Cottbus (ots) - Es war ein Riesensatz, den der Ifo-Geschäftsklimaindex im Juli machte, so groß, wie seit den optimistischen Tagen nicht mehr, in denen die deutsche Einheit Wirklichkeit wurde. Dabei kam nirgends Zweifel an der Aussagekraft des bekanntesten und bisher auch zuverlässigsten deutschen Konjunkturbarometers auf. Im Gegenteil: Helle Freude bei nahezu allen Volkswirten über die "blühenden Landschaften", die der Index anzeigte. Ein wenig Wasser in den Wein zu schütten, tut dennoch Not. Der Optimismus der monatlich 7000 befragten Unternehmen ist nur deshalb so groß, weil sie voriges Jahr durch ein Tal der Tränen mit deftigen Umsatzeinbrüchen gegangen sind. Viele kamen aus dem Tal auch nicht mehr heraus. Die, die es geschafft haben, spüren nun eine schnelle Erholung und deswegen eine noch größere Erleichterung. Das kann zu Euphorie verleiten. Die Fußball-WM und die Sommerhitze, die weite Teile des Handels beflügelt haben, tun ihr Übriges. Nachhaltig ist das nicht. Die staatlichen Sparbemühungen überall und die auslaufenden Konjunkturprogramme werden ihre konjunkturellen Bremsspuren zeigen. Dass die Kapazitäten der Unternehmen wieder deutlich besser ausgelastet sind, mag zu Hoffnung Anlass geben, es werde bald über neue Maschinen und neue Arbeitsplätze nachgedacht, also investiert. Das kann so sein. Wir dürfen hoffen. Aber nicht abheben. Die "blühenden Landschaften" schließen nicht direkt an das Tal der Tränen an.

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