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Lausitzer Rundschau: Kläglicher Abgang Zum Rücktritt der Hamburger Bischöfin Maria Jepsen

Cottbus (ots) - Bischöfe sind nicht mehr unangreifbar. Selbst ein über zehn Jahre alter Fehler kann einem leitenden Geistlichen das Amt kosten. Das ist die Lehre aus dem dritten Rücktritt eines Bischofs binnen eines Jahres. Und einerseits ist das auch durchaus positiv: Denn die Rücktritte, zumindest der Bischöfinnen, zeigen, dass die Kirche ihre Lektion gelernt hat. Menschen die in der Öffentlichkeit mit moralisierenden Äußerungen auf sich aufmerksam machen, sind für ihr eigenes Handeln rechenschaftspflichtig. Und zwar stärker als andere Menschen, denen man vergleichbare Fehler vielleicht noch nachsehen würde. Andererseits aber schadet jeder Rücktritt auch der Kirche. Zumal, wenn er vorschnell und überflüssig zu sein scheint, wie im Fall Maria Jepsen. Denn der Ahrensburger Missbrauchsskandal ist eine ausgesprochen verworrene Affäre, in der der Schleier des Vergessens die Wahrheitsfindung noch erschwert. Welche Schuld Maria Jepsen wirklich auf sich geladen hat, ist noch lange nicht geklärt. Warum also tritt die Bischöfin zurück? Spielte anderer Ärger, spielte vielleicht auch Amtsmüdigkeit bei der Theologin eine Rolle? Was Freitag geschah, war der klägliche Abgang einer Frau, die als weltweit erste Bischöfin in einer Landeskirche einst Vorreiterin gewesen ist.

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