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Lausitzer Rundschau: Deutsche Ackermann-Bank Die Suche nach einem Nachfolger hat begonnen

Cottbus (ots) - Was für ein Gegensatz.  In der vergangenen Woche die Schelte für Commerzbank-Chef Martin Blessing, in dieser Woche viel Lob für die Deutsche Bank. Und im Vorfeld Aktionäre, die eingestehen, dass sie eigentlich nur wegen deren Chef Josef Ackermann gekommen seien. Seine Bank hat er tatsächlich sicher durch die Krise gesteuert, wie kein anderer Chef eines deutschen Bankhauses. Anzuerkennen ist, dass er das Risikomanagement seines Hauses angepasst hat, dadurch einigen Fallstricken ausgewichen ist, die einige Konkurrenten weiter in Bedrängnis gebracht haben - Griechenland-Anleihen zum Beispiel. Aber der Erfolg des größten deutschen Bankhauses beruht in der vergangenen Zeit auch darauf, dass es gute Geschäfte mit der Geldnot der Staaten macht, die zuvor die Banken - wenn auch nicht die Deutsche - mit riesigen Geldspritzen vor dem Exitus bewahrt haben. Das füllt die Kassen, sollte aber die Banken nicht zu stolz machen. Zumal das Investmentbanking sehr schwankungsanfällig ist: Genauso kann es in einigen Monaten wieder stark abwärts gehen. Ackermann nennt zwar seine öffentlich geäußerten Zweifel an der Fähigkeit Griechenlands, seine Schulden zurückzuzahlen, "aufrichtig". Aber manchmal richtet man mit Ehrlichkeit auch unter Freunden mehr Unheil an, als wenn man taktvoll geschwiegen hätte . Kommunikation in der breiten Öffentlichkeit war noch nie die Stärke des Deutsche-Bank-Chefs. Aus diesen Fehlern sollte ein potenzieller Nachfolger lernen: Erstmals hatte der Schweizer, der noch drei Amtsjahre vor sich hat, gestern zugegeben, dass bankintern die Nachfolgediskussion schon begonnen hat. Die ist aber auch dringend nötig. Denn derzeit wirkt die Deutsche Bank wie eine Art One-Man-Show. Doch nur dann, wenn das Risiko-Kontrollsystem in der Bank nicht nur von Ackermann abhängig ist, kann die Bank auch in Zukunft weiter gedeihen.

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