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Lausitzer Rundschau: Wahrheit in Scheiben Bischof Mixa unter Missbrauchsverdacht

Cottbus (ots) - Scheibchenweise. So bestätigten sich in den vergangenen Wochen die Vorwürfe gegen den Augsburger Bischof Walter Mixa. Lange dementierte er die Vorwürfe ehemaliger Heimkinder aus Schrobenhausen, körperliche Gewalt angewandt zu haben. Dann plötzlich gestand er einige Watschen ein. Und erst nach Medienberichten und dem Einsetzen eines Sonderermittlers gab Mixa zu, dass es in seiner Zeit als Stadtpfarrer auch zu finanziellen Unregelmäßigkeiten gekommen sein könnte. Kommt nun das nächste Stück Salami? Die zuständige Staatsanwaltschaft jedenfalls hat bestätigt, dass sie Vorermittlungen wegen des Verdachts des sexuellen Missbrauchs gegen Mixa aufgenommen hat. Ganz klar: Auch für den Bischof von Augsburg, über dessen Rücktrittsangebot Papst Benedikt XVI. noch nicht abschließend entschieden hat, gilt bis zum Beweis des Gegenteils die Unschuldsvermutung. Doch nach den Ereignissen der vergangenen Wochen fällt es zunehmend schwer, Walter Mixa überhaupt noch irgendetwas zu glauben. Gilt das auch für Papst Benedikt? Zumindest scheint das katholische Kirchenoberhaupt den Fall Walter Mixa zur Chefsache gemacht zu haben. Gleich mehrere deutsche Bischöfe hatten kürzlich einen Audienztermin bei ihm: Zunächst der Vorsitzende der deutschen Bischofskonferenz, Freiburgs Erzbischof Robert Zollitsch, dann der Münchener Erzbischof Reinhard Marx und schließlich der konservative Kölner Kardinal Joachim Meisner. Es ist zu hoffen, dass sie ihm detailliert berichtet haben. Für das Ansehen der katholischen Kirche in Deutschland wäre es jedenfalls eine echte Erleichterung, würde der Vatikan das Rücktrittsersuchen Walter Mixas möglichst zügig annehmen. Ob der Augsburger Bischof auch ein Missbrauchstäter ist, ist dabei eigentlich schon zweitrangig.

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