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Lausitzer Rundschau: Freispruch im Fall Cap Anamur auf Sizilien Gebot der Menschlichkeit

    Cottbus (ots) - Die Lebensretter haben gewonnen. Die Helfer des Flüchtlingsschiffes Cap Anamur um den ehemaligen Chef der Hilfsorganisation, Elias Bierdel, wurden von einem Gericht im italienischen Agrigent freigesprochen. Und das ist gut so. Denn dass die Besatzung 37afrikanische Flüchtlinge aus einem Schlauchboot rettete und in Italien an Land brachte, war kein Verbrechen. Es war ein Gebot der Menschlichkeit. Wer in Seenot ist, dem ist ohne Ansehen der Person zu helfen. Asylverfahren werden ohnehin an Land entschieden. Sicher, der Cap-Anamur-Chef und seine Crew waren auch Fluchthelfer. Vielleicht hätten die Afrikaner ohne sie Europa nie erreicht. Aber eine Alternative zur Rettung ist das nicht: Ohne ein Schiff zur rechten Zeit hätten die Menschen noch Tage in Lebensgefahr geschwebt oder wären ertrunken, verdurstet. Eine abschreckende Wirkung hat das Zurückweisen afrikanischer Flüchtlinge im Mittelmeerraum ohnehin nicht mehr: So lange die Lebensverhältnisse in den Ländern südlich der Sahara so miserabel bleiben, wie sie es in den vergangenen 50Jahren immer waren, so lange werden verzweifelte Afrikaner weiterhin versuchen, Europa zu erreichen. Nur wenn es der Staatengemeinschaft gelingt, Hunger und Bürgerkriege in Afrika nachhaltig zu bekämpfen, wird es für das Flüchtlingsproblem im Mittelmeerraum eine Lösung geben.

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