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Lausitzer Rundschau: Die Getriebene Angela Merkel und der Wahlkampf der Union

    Cottbus (ots) - Direkt nach dem TV-Duell hatte man sich in der Union öffentlich noch solidarisches Schweigen auferlegt - gegrummelt wurde nur hinter vorgehaltener Hand. Inzwischen ist das anders: Angela Merkels Wahlkampf macht CDU und CSU auf der Zielgeraden hörbar nervös. Kein Wunder. Denn Merkel hat ihre Chancen in der direkten Auseinandersetzung mit ihrem SPD-Herausforderer nicht genutzt, und ihre Strategen im Konrad-Adenauer-Haus ignorieren in der letzten Phase des Wahlkampfes beharrlich die Stimmung unter vielen Wählern: "Wir wählen die Kanzlerin" wird nur noch plakatiert. Warum - das bleibt offen. Diese Strategie ist einfach zu wenig, wenn Schwarz-Gelb am 27..September gewinnen will. Dass die CSU nun von jetzt auf gleich ein eigenes, wirtschaftliches Sofortprogramm für die Zeit nach einem Wahlsieg vorlegt, spiegelt ja nicht nur das Misstrauen wider, das die Bayern gegenüber Merkel und ihrem Stil mittlerweile hegen. Sondern die pure Angst geht um vor der Fortsetzung der Großen Koalition, die Unsicherheit innerhalb des Unionslagers ist inzwischen immens. Sicher, Angela Merkel wollte das Maßnahmenbündel nicht, weil sie nicht wie eine Getriebene wirken will. Aber in Wahrheit ist sie das in diesem Wahlkampf längst. Am Freitag wird sie versuchen, mit einem Auftritt vor der Bundespressekonferenz zurück in die Offensive zu kommen. Klare Worte müssen her, deutliche Aussagen zu den Inhalten, für die sie steht. Vergibt sie diese Chance erneut, könnte der Wahltag zu einer großen Enttäuschung für die Union werden.

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