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Lausitzer Rundschau: Zu den GM-Plänen mit der deutschen Tochter Opel Nicht blockieren

    Cottbus (ots) - Hektik am gestrigen Dienstag im Poker um Opel. Und Ratlosigkeit. Das erst am Montag zuvor angekündigte Treffen zwischen der General-Motors-Spitze und der Bundesregierung fand plötzlich gestern schon statt. Regierungsmitglieder, meist unterwegs im Wahlkampf, konnten oft nur das bestätigen, was sie in den Zeitungen gelesen hatten. Hinzu kamen wild anmutende Gerüchte, ob GM Opel wirklich noch verkaufen wolle. Wer nicht mehr durchblickt, sollte sich auf die ökonomischen Grundlagen des Geschäfts besinnen. GM hat sich 1929 mehrheitlich an Opel beteiligt. Opel hatte damals in Deutschland einen Marktanteil von 40.Prozent. Wer an einen Volkswagen dachte, dachte an Opel. Inzwischen ist Opels Marktanteil auf unter zehn Prozent gesunken. Andere Marken von GM spielen in Westeuropa überhaupt keine Rolle. Doch selbst der viel gelobte neue Insignia kann in den Zulassungsstatistiken dem älteren VW-Passat das Wasser nicht reichen: Der kommt auf gut doppelt so viele verkaufte Exem8plare. Der VW-Konzern kann im gleichen Segment noch den Audi A.4 beisteuern. Auch der bringt das Zweifache der Insignia-Stückzahlen. Das zeigt: GM braucht Opel mehr denn je. Aber die Opelaner haben Angst, von GM noch mehr an die Wand gemanagt zu werden. Im Grunde ist Opel jetzt schon nicht mehr überlebensfähig. Wenn GM das ändern und nicht an den mit Opel zum Konkurrenten mutierenden Magna-Konzern verkaufen will, dann sollte GM handeln: sichtbar viel Kapital selbst aufbringen, nicht auf deutsche Staatsmilliarden vertrauen, Opel nicht mehr an der kurzen Leine führen, sondern mit viel Selbstständigkeit am Markt ausstatten, viel Transparenz in Opels Kosten- und Gewinnstrukturen zulassen. General Motors hat seine Tochter Opel in die Krise geführt. Die Amerikaner müssen zeigen, am besten durch den Einsatz viel frischen Kapitals, dass ihnen an Opel etwas liegt. Wenn das nicht geht, muss Opel aus dem GM-Verbund herausgelöst werden. Notfalls über eine Insolvenz, um dann neue Partner zu suchen. Denn alleine kann auch Opel nicht überleben. Auch wer Opel blockiert, führt den schnellen Tod herbei.

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