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Lausitzer Rundschau: Die Bayern, Barcelona und der deutsche Fußball Das Klinsmann-Paradoxon

Cottbus (ots)

Nichts ist erfolgreicher als der Erfolg. Und
deshalb hatte Jürgen Klinsmann als Bundestrainer am Ende (fast) alles
richtig gemacht, als er nach der WM 2006 abtrat. Weltmeister war er 
zwar nicht geworden. Aber er hatte in Jahrzehnten verkrustete 
Strukturen im Deutschen Fußballbund (DFB) endlich aufgebrochen und 
mit dem Offensivfußball der deutschen Elf bundesweit eine wahre 
Fußballeuphorie ausgelöst.
Was ihm beim DFB gelang, hat Klinsmann beim deutschen Rekordmeister 
Bayern München bis zum heutigen Tage nicht vermocht. Aber 
paradoxerweise gibt die Pleite gegen Barcelona ihm im Grundsatz sogar
recht: Wenn sich der deutsche Fußball nicht ändert, wird er 
international so chancenlos bleiben wie im Stadion Camp Nou. Auf 
Vereinsebene ebenso wie mit der Nationalelf.
Klinsmann hat bei den Bayern etliche Fehler gemacht. Der 
entscheidende aber war, dass er seine Linie nicht auch nur 
ansatzweise so konsequent durchzog wie einst beim DFB. Oder 
durchziehen konnte. Denn Fußball in Deutschland ist eine 
strukturkonservative Veranstaltung, in der Neues grundsätzlich mit 
äußerster Skepsis betrachtet wird. Und in der Medienstadt München 
findet sich immer eine Größe aus den 70er-Jahren, die das Heil in der
Rückbesinnung auf die berühmten "deutschen Tugenden" sieht und 
gebetsmühlenartig was von 
Gras-fressen-Zweikämpfe-gewinnen-und-Kampf-bis-zum-Umfallen brabbelt.
Da passt es, dass die Münchner Fans am Dienstag in der Allianz Arena 
- zwischen den Klinsmann-raus-Rufen - ausgerechnet den ergrauten 
Fußballweisen Udo Lattek zum "besten Mann" kürten. Wahrscheinlich 
glauben sie wirklich, dass die Methoden, mit denen der damalige 
Bayern-Coach die Seinen vor 35 Jahren auf Europas Fußballthron 
führte, auch heute und morgen noch die richtigen sind. Klinsmann hat 
das Gegenteil nicht nachweisen können. Und deshalb wird er wohl gehen
müssen. Nichts ist erfolgloser als der Misserfolg.

Pressekontakt:

Lausitzer Rundschau

Telefon: 0355/481231
Fax: 0355/481247
lr@lr-online.de

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