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Lausitzer Rundschau: Zur Vergabe des Literaturnobelpreises Eine gute Empfehlung

    Cottbus (ots) - Wenn das nicht Grund zum Staunen ist: Da wird ein Schriftsteller in die Weltliteratur erhoben und zum Millionär gemacht - und in Deutschland, einem der wichtigsten Buchmärkte der Welt, hat fast niemand je seinen Namen gehört, geschweige denn, seine Werke gelesen. Selbst Literaturpapst Marcel Reich-Ranicki kennt sich nicht aus mit Jean-Marie Gustave Le Clézio, dem gestern gekürten Literaturnobelpreisträger mit französischer Herkunft. Die zunächst befremdlich wirkende Entscheidung der Schwedischen Akademie, einen Außenseiter, nicht einen international renommierten Autoren auszuzeichnen, ist bei näherem Besehen grundsätzlich richtig. Viel zu oft erwecken Dichterehrungen oder auch Buchbesprechungen den Eindruck, dass hier Kritiker und Verlagsleute ihre Lieblinge und Schützlinge verkaufswirksam in Szene setzen. Das Stockholmer Jury-Urteil dagegen lenkt den Blick auf einen Schriftsteller, der nach den Mechanismen von Buchmarkt und Literaturszene bisher keine Chance auf Aufmerksamkeit hatte. Wer nun beurteilen will, ob die Bücher von Le Clézio tatsächlich nobelpreiswürdig sind, muss sie lesen. Es lohnt sich bestimmt.

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