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Lausitzer Rundschau: Sachsen in der Bildungsrangliste weit vor Brandenburg Vorbildliche Konsequenz

    Cottbus (ots) - Sachsen hui! Brandenburg pfui! Diesen Eindruck vermittelt die aktuelle Länder-Rangliste der Bildungssysteme, ermittelt vom Institut der Deutschen Wirtschaft (IW) aufgrund eines differenzierten Punktesystems. Dabei präsentiert sich der Freistaat als Spitzenreiter, während Brandenburg Drittletzter ist. Kein Wunder, wetterte gestern die Linke in Wahlkampflaune, dass Brandenburg im Süden 200 Schüler an Sachsen verloren habe. SPD-Bildungsminister Holger Rupprecht hätte darauf mit dem Hinweis reagieren können, dass sich Brandenburg im Vergleich zur IW-Rangliste 2004 stärker verbessert hat als die meisten anderen Bundesländer, es aber immer noch nur zu Platz 14 unter 16 Bundesländern reicht. Nur müsste er dann einräumen, dass Brandenburg vor allem in den Bereichen Internationalität und Integration gepunktet hat. Was zwar lobenswert ist, aber kein Grund zur Freude, wenn es in der Bildungsqualität und der Beruflichen Bildung gewaltig hapert. Klugerweise zollte Rupprecht statt dessen Sachsen Respekt und bekundete, von diesem Land lernen zu wollen. Damit sprach er aus, was bereits offensichtlich ist: Brandenburg eifert dem Nachbarn nach, dessen konsequentere Bildungspolitik Früchte trägt. So hat Sachsen früh ein zweigliedriges Schulsystem etabliert, auf das sich Brandenburg erst vor drei Jahren besonnen hat. Brandenburg führt das Abitur in zwölf Jahren jetzt wieder ein. In Sachsen hat es ein Abitur in 13 Jahren nie gegeben. Die Noten-Hürde auf dem Weg zum Gymnasium - ein sächsischer Standard, den Brandenburg im vergangenen Schuljahr übernommen hat. Zu einer konsequenten Bildungspolitik gehört aber auch der Wille, zu investieren. Bei den Ausgaben für Bildung rangiert Sachsen auf der IW-Rangliste auf Platz sechs, Brandenburg auf Platz 13. Logischerweise ist der Freistaat damit in puncto Bildungsqualität Zweitbester, Brandenburg Vorletzter. Wer, wie in Potsdam, in der Bildung ständig Stellen streicht, der muss auch ständig Lehrer versetzen und umsetzen, der bekommt keine kontinuierlich gute Unterrichtsqualität in seine Schulen. Zu Recht sagte die Linke-Schulexpertin Gerrit Große, die Kürzung der Lehrerstellen muss gestoppt werden. Wo stattdessen gekürzt werden soll, sagt sie nicht. Vielleicht haben die Sachsen eine Idee.

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