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Lausitzer Rundschau: Pakistan nach Musharraf Mit der Demokratie leben

    Cottbus (ots) - Es wird so manchen Politiker aus den in Afghanistan militärisch engagierten Staaten mit Sorge erfüllen, wenn jetzt Pakistans Militärherrscher Pervez Musharraf aus dem Präsidentenamt flüchtet. Aber dies ist ein Sieg des Volkes, das den durch einen Putsch vor neun Jahren an die Macht gekommenen General bei einem fairen Urnengang schon längst abgewählt hätte. Pakistan wird allerdings damit nicht einfach zur Ruhe kommen. Das große Land mit mehr als 165 Millionen Einwohnern steht vor extremen Herausforderungen. Das Militär und die Geheimdienste werden ihre politisch hoch sensiblen Aktivitäten auch nach Musharrafs Abgang nicht einfach einstellen und sich der Kontrolle der Zivilisten unterwerfen. Nicht zuletzt wegen dieser undurchsichtigen Machenschaften der über viele Jahre hinweg mit den Taliban verbundenen Sicherheitsorgane hat die aus den Parlamentswahlen hervorgegangene Regierungskoalition bislang keinen Weg gefunden, mit dem Erstarken extremistischer, sich auf den Islam berufenden Gruppen in den Grenzgebieten umzugehen. Die Zusammenarbeit der Nato-Länder mit Pakistan könnte deswegen zunächst etwas komplizierter werden. Denn die Regierung in Islamabad wird schon des eigenen Überlebens wegen ein größeres militärisches Engagement scheuen und versuchen, durch Verhandlungen und Absprachen eine Beruhigung zu erreichen. Inwieweit ein solches, weniger kriegerisches Vorgehen Wirkung zeigen wird, bleibt abzuwarten. Aber der jetzt erkämpfte Sieg der Demokraten gegen die Militärherrscher der Vergangenheit ist in jedem Falle die wichtigste, die unabdingbare Bedingung für eine allmähliche Befriedung der gesamten Region.

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