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Lausitzer Rundschau: Bundesrat für Gesetz gegen organisierte Sterbehilfe Der Markt der Todesengel

    Cottbus (ots) - Es gibt keine einfache Antwort auf den Todeswunsch eines Verzweifelten. Nicht für Angehörige oder Ärzte, die damit konfrontiert sind. Aber es gibt eine einfache Antwort auf die organisierte Sterbehilfe, bei der es keinerlei Bezug zum Opfer gibt, außer Geld. Sie macht den Tod zu einer Ware, die leichter zu erreichen ist als Hilfe. Die Antwort auf sie kann nur ein klares Verbot sein. Hamburgs früherer Justizsenator Roger Kusch, der jetzt stolz den ersten, noch kostenlosen, mit seiner Hilfe zustande gekommenen Selbstmord verkündete, ist nicht der einzige, der sich auf dem Markt der aktiven Beihilfe zum Suizid tummeln will. Viele Betroffene werden solche Angebote als Segen empfinden. Aber wenn dieser Markt erst entwickelt ist, wird er ein Fluch für die ganze Gesellschaft sein. Eine kaufbare Dienstleistung Selbstmordhilfe wird die Einstellung zum Leben verändern. Sie wird viele Menschen, die sich, und sei es nur aus Verwirrung, den Tod für einen Moment mehr wünschen als das Leben, ins Verderben locken. Und sie kann irgendwann zu einer stummen Erwartung der Gesunden an jene werden, die man als übergroße Last empfindet. Weil es ja so einfach geworden ist. Der Bundesrat hat sich gestern nur zu einer Entschließung gegen solche Organisationen verständigen können, noch nicht zu einem Strafgesetz. Die rechtlichen Abgrenzungen sind schwierig. Sorgfalt muss zweifellos sein. Aber am Ende gehört vor diese Tür ein dicker Riegel. Und zwar sehr bald.

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