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Lausitzer Rundschau: Geplanter Anteilsverkauf der Cottbuser Stadtwerke Aufgabe der Daseinsfürsorge

Cottbus (ots)

Cottbuser Kommunalpolitiker verkaufen es als
Erfolg, dass die Stadt ihre restlichen Anteile an den Stadtwerken 
bald an eine polnische Holding loswerden könnte. In der Tat würde 
sich die Stadt der technischen Risiken eines unausgereiften 
Heizkraftwerkes und angehäufter Stadtwerke-Schulden in Millionen-Höhe
auf einen Streich entledigen. Das ist aus finanzieller Sicht aufgrund
der angespannten Haushaltslage sicher die richtige Entscheidung. 
Nicht vergessen werden sollte aber, dass ohne die politisch falschen 
und dilettantischen Weichenstellungen in der Vergangenheit dieser 
Notverkauf gar nicht erforderlich gewesen wäre.
 Die schonungslose Aufarbeitung des Desasters lässt indes bis heute 
auf sich warten. Verantwortlichkeiten wurden bisher durch kollektive 
Politiker-Bekundungen, es sei damals nach bestem Wissen und Gewissen 
gehandelt worden, vernebelt. Nach dem Verkauf könnte endgültig der 
Mantel des Schweigens über die Affäre fallen. Das darf sich der 
Bürger nicht bieten lassen. Denn die Rechnung bezahlt er: Er muss 
letztlich durch seine Steuern und Gebühren für die Fehlentscheidungen
aufkommen. Sein Volksvermögen Stadtwerke ist heute kaum noch etwas 
wert. Das Ansehen des Rechtsstaats und der Demokratie nimmt Schaden.
 Aufgrund der kommunalen Finanznot wird nun die Idee der 
energiepolitischen Daseinsfürsorge von der Stadt zu Grabe getragen. 
Fürsorge kann nicht das Anliegen einer polnischen Holding sein. 
Unrentables wird abgegeben oder Preise werden erhöht. Entscheidend 
ist aber nicht städtisch oder privat, sondern Markt oder Monopol. Ein
starker zusätzlicher Anbieter kann für mehr Markt sorgen.

Pressekontakt:

Lausitzer Rundschau

Telefon: 0355/481231
Fax: 0355/481247
lr@lr-online.de

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