Roche Diagnostics GmbH

Roche unterstreicht die Wichtigkeit des Standorts Deutschland für die beiden Kerngeschäfte Pharma und Diagnostics
Investitionen in Höhe von über 500 Millionen Euro über die nächsten Jahre zugesagt

Mannheim (ots) - Anlässlich des traditionellen Herbstgesprächs mit deutschen Medienvertretern heute in Frankfurt hat die Roche-Gruppe ihre strategische Ausrichtung auf die beiden Kerngeschäfte Pharma und Diagnostics unterstrichen und die Wichtigkeit des Standorts Deutschland betont. Das weltweit fünftgrößte Pharma- und führende Diagnostikunternehmen beschäftigt an den vier deutschen Standorten -Mannheim, Penzberg, Grenzach und Kulmbach - insgesamt mehr als 10.700 Mitarbeitende (hochgerechnet auf FTE permanent und temporär). Allein für Bauprojekte am Standort Deutschland hat Roche für den Lauf der nächsten Jahre Investitionen in Höhe von über 500 Millionen Euro zugesagt. Dr. Severin Schwan, CEO der Roche-Gruppe, erläuterte den Medienvertretern die Roche-Strategie der personalisierten Medizin und die Umsatzentwicklung von Januar bis September 2008. Durch den gezielten Zukauf von Technologien sowohl im Pharma- als auch im Diagnostics-Bereich ist Roche sehr gut positioniert, die Therapie noch gezielter auf die spezifischen Patientengruppen auszurichten. In den ersten neun Monaten 2008 beliefen sich die Verkäufe der Roche-Gruppe auf 33,3 Milliarden Franken. Dies entspricht einem Plus von 6 Prozent in lokalen Währungen (-2 Prozent in Franken; 13 Prozent in US-Dollar). Ohne Berücksichtigung der Lieferungen von Tamiflu zur Pandemievorsorge an Regierungen und Unternehmen stieg der Umsatz in lokalen Währungen um 10 Prozent.

Roche Pharma erhöht Marktanteil in Deutschland

Der Verlauf der Inlandsverkäufe (Drittgeschäfte ohne Konzernverkäufe) der Roche Pharma AG zeigt ein stetiges und organisches Wachstum und hat sich innerhalb von fünf Jahren verdoppelt. Grund für das starke Wachstum ist das strategische Portfolio mit allen Neueinführungen und Indikationserweiterungen innerhalb der letzten Jahre. Die Geschäftsentwicklung in den ersten neun Monaten dieses Jahres weist ein positives Wachstum auf (+ 8 Prozent exkl. Tamiflu und + 5 Prozent inkl. Tamiflu). Dieses Wachstum begründet sich vor allem auf den onkologischen Arzneimitteln Avastin, Herceptin, MabThera, Xeloda und Tarceva. Der Geschäftsbereich macht rund 70 Prozent des Gesamtumsatzes aus. Das für Roche noch neue Therapiegebiet der Rheumatologie hält einen Umsatz von 2,9 Prozent. Das Therapiegebiet Anämie ist mit 5,8 Prozent, die Infektiologie (HCV und HIV) mit 7,1 Prozent, die Transplantation mit 5,5 Prozent und alle anderen Therapiefelder mit 11,2 Prozent am Unternehmenserfolg beteiligt. Somit erhöht sich der Marktanteil der Roche Pharma AG am verschreibungspflichtigen Markt auf 4,3 Prozent. Mit dieser weiteren Stärkung der Marktposition steht Roche nun auf Rang 3 (2006: Rang 7) der führenden Hersteller (Quelle: DPM, DKM). Im Krankenhaus-Markt nimmt Roche mit knapp 14 Prozent Marktanteil (2007: 12,3 Prozent) weiterhin die führende Position ein.

Wachstumstreiber Neueinführungen und Indikationserweiterungen

Neu zugelassen wurde Avastin (Bevacizumab) in Kombination mit Interferon-alpha2a zur Erstbehandlung von Patienten mit fortgeschrittenem Nierenzellkarzinom. Mit dem VEGF-Antikörper kann das progressionsfreie Überleben von Nierenkrebspatienten nahezu verdoppelt werden.

Zudem erhielt Avastin durch die EMEA eine breite Zulassungserweiterung in der Therapie des metastasierten kolorektalen Karzinoms (mCRC). Die anti-VEGF-Therapie mit Avastin ist nun in Kombination mit allen Fluoropyrimidin-basierten Chemotherapien inklusive Oxaliplatin und Xeloda (Capecitabin) beim mCRC einsetzbar.

Das orale Fluoropyrimidin Xeloda (Capecitabin) hat die Zulassungserweiterung für die Therapie des metastasierten kolorektalen Karzinoms (mCRC) erhalten. Capecitabin ist somit für alle gängigen Chemotherapieschemata mit oder ohne Avastin (Bevacizumab) sowie für alle Behandlungsphasen des mCRC zugelassen und kann künftig das Standardschema mit 5-Fluorouracil plus Folinsäure (5-FU/FS) ersetzen.

MabThera (Rituximab) erhielt eine Zulassungserweiterung und ist in Kombination mit jeder Art von Chemotherapieregime für die Erstbehandlung von Patienten mit follikulärem Lymphom im Stadium III-IV zugelassen. Diese Zulassung entspricht exakt der therapeutischen Realität und verschafft Patienten einen signifikanten Überlebensvorteil.

Rheumatoide Arthritis und der Markt

An der Rheumatoiden Arthritis, eine der häufigsten Formen der Autoimmunerkrankungen, sind weltweit mehr als 21 Millionen Menschen erkrankt. In Deutschland sind rund 550.000 erwachsene Menschen von dieser chronischen Erkrankung betroffen. Der Rheumamarkt ist das am schnellsten wachsende Marktsegment unter den 30 bestehenden Segmenten. Ihm wird ein deutlich zweistelliges Wachstum auf circa 600 Millionen Euro im Jahr 2010 vorausgesagt. Durch die Rheumatoide Arthritis wird die körperliche Bewegungsfähigkeit sowie die Lebensqualität der Betroffenen erheblich eingeschränkt. Folgen eines langjährigen Erkrankungsverlaufs sind häufig Erwerbsunfähigkeit oder sogar Invalidität bzw. Verkürzung der Lebenserwartung. Eine frühe Behandlung der aggressiven Rheumatoiden Arthritis ist somit entscheidend und kann ein gutes Beispiel für einen Kosten-Nutzen-Vorteil sein. Das Fortschreiten der Erkrankung einzuschränken bei gleichzeitiger Linderung der Symptome zeichnet innovative Therapien aus. Dazu gehört das im Jahr 2006 eingeführte MabThera (Rituximab). In diesem Jahr hat Roche für ein weiteres Therapeutikum die Zulassung beantragt: Hierbei handelt es sich um einen Antikörper, der anders als bestehende Biopharmaka, wie beispielsweise TNF-Inhibitoren, am Interleukin-6-Rezeptor angreift und diesen blockiert. Das in Japan bereits zugelassene Medikament bietet Therapeuten eine weitere Option zur Behandlung dieser Erkrankung. Die Vermarktung in Deutschland findet durch Roche und Chugai statt. Allerdings sei Deutschland bisher Schlusslicht beim Einsatz moderner Biopharmaka im Vergleich mit anderen europäischen Nachbarn, betont Dr. Hagen Pfundner, Vorstand der Roche Pharma AG. "Wir gehen jedoch davon aus, dass dies nicht so bleiben wird", so Dr. Pfundner weiter.

Markt und Umfeld

Die Einführung des GKV-WSG (GKV-Wettbewerbsstärkungsgesetz) schuf 2007 neue Rahmenbedingungen im Pharmamarkt. Für patentgeschützte Arzneimittel strebt Roche selektiv duale Kooperationsverträge mit Krankenkassen an, wie zum Beispiel Cost Sharing Verträge, Pay for Performance und Mehrwertverträge, immer wenn eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten dabei zustande kommt.

Ausblick

Aufgrund des hohen Innovationsgrads des jungen Medikamentenportfolios verfügt Roche über eine gesunde Basis für weiteres organisches Wachstum. Aktuell beziehen sich 85 Prozent des Umsatzanteils von Roche Pharma in 2008 auf Kernprodukte, die innerhalb der kommenden fünf Jahre nicht von Patentabläufen betroffen sein werden. Ferner werden alleine im kommenden Jahr fünf weitere Zulassungen/Indikationserweiterungen angestrebt. Darunter sind die neuen Indikationen MabThera zur Behandlung von Patienten mit Chronisch Lymphatischer Leukämie und Avastin bei Glioblastom-Patienten zu nennen. Da Krebserkrankungen bereits heute die zweithäufigste Todesursache sind, ist Roche mit seinen onkologischen Medikamenten für die Zukunft weiterhin gut aufgestellt. Außerdem hat Roche auf dem Wachstumsmarkt der Rheumatoiden Arthritis ein neues Wirkprinzip zur Behandlung der Erkrankung zur Zulassung eingereicht. In den Marktsegmenten Virologie, Nephrologie und Transplantation will Roche führend bleiben und erwartet auch im nächsten Jahr ein weiteres dynamisches Wachstum über dem Markt.

Roche Diagnostics Deutschland - weiterhin mit deutlichem Abstand Marktführer in der In-Vitro-Diagnostik durch starkes Wachstum in den Bereichen Immunologie und Laborgeräte

Roche Diagnostics Deutschland behauptet seine Marktführerschaft im In-Vitro-Diagnostik-Markt und seine führende Rolle im Life Science Markt erneut durch Umsatzsteigerungen in den Bereichen Professional Diagnostics und Applied Science (Life Science). Mit einem Anteil von 32 Prozent (Vorjahr 33 Prozent) ist Roche Diagnostics weiterhin mit Abstand führend im deutschen Markt. Das Produktportfolio wurde vor allem in der Immunologie und in der Labordiagnostik ausgebaut. Das Geschäftsfeld Applied Science (Life Science) hat sich im Bereich der Genomsequenzierung seit Anfang des Jahres durch die Einführung neuer hoch innovativer Produkte unter anderem für die klinische und pharmazeutische Forschung fast verdoppelt.

"Den Gesamtumsatz von Roche Diagnostics Deutschland konnten wir in den ersten neun Monaten dieses Jahres um 9 Prozent von 1.852 Millionen (2007) auf 2.018 Millionen Euro steigern, während der Inlandsumsatz um einen Prozentpunkt zurück ging. Weiterhin halten wir in Deutschland in der In-Vitro-Diagnostik den größten Marktanteil mit 32 Prozent", fasst Thomas Schmid, Sprecher der Geschäftsführung der Roche Diagnostics GmbH, die Neun-Monatsergebnisse zusammen. "Unser breites Produktportfolio konnten wir mit der Integration von Ventana erweitern. Der damit entstandene neue Geschäftsbereich Gewebediagnostik ist ein weiterer Baustein auf unserem Weg zu erhöhtem medizinischen Nutzen für Patienten und Ärzte. Wir leisten hiermit einen entscheidenden Beitrag zu einer besseren Gesundheitsversorgung. Mit unseren innovativen Lösungen und etablierten Systemen werden wir uns weiterhin erfolgreich im Markt durchsetzen", erläutert Schmid.

Diabetes Care - Launch einer Kombination von Insulinpumpe und Messgerät in Vorbereitung

Diabetes Care hat in Deutschland in den drei ersten Quartalen 2008 eine Umsatzsteigerung von 4 Prozent (inklusive konzerninterne Umsätze) erzielt. In diesem Zeitraum hat der Geschäftsbereich mit den Accu-Chek Produkten zur Blutzuckerselbstkontrolle, Insulinpumpentherapie und zum Informationsmanagement 623 Millionen Euro umgesetzt. So trug das erneut deutliche Wachstum von Accu-Chek Compact Plus und Accu-Chek Aviva maßgeblich zum Geschäftserfolg bei. Der Inlandsumsatz fiel um 5 Prozent vom Vorjahresergebnis (2007: 267 Millionen Euro) auf 253 Millionen Euro. Verantwortlich hierfür ist der im vergangenen Jahr gestartete Austausch der etablierten Produktplattformen durch die Messsysteme Accu-Chek Compact Plus und Accu-Chek Aviva.

Die Produktoffensive wird in 2009 im Bereich der Insulinpumpen mit der Einführung der innovativen Accu-Chek Combo verstärkt fortgesetzt. Es handelt sich hierbei um das erste System von Accu-Chek, bei dem Insulinpumpe und Messgerät via Bluetooth miteinander kommunizieren. Das Messgerät ermöglicht dabei nicht nur die direkte Steuerung der Pumpe, was einen deutlich diskreteren Umgang erlaubt, sondern bietet mit Bolus-Rechner und integriertem Tagebuch vielfältige Funktionen, die mehr Flexibilität, eine verbesserte glykämische Kontrolle und eine erhöhte Patientencompliance in der Insulinpumpentherapie versprechen.

Professional Diagnostics - Ausbau der Testmenüs und der Systemplattform cobas 6000

Professional Diagnostics verzeichnet in Deutschland auch in den ersten neun Monaten dieses Jahres ein zweistelliges Wachstum von 13 Prozent (inklusive konzerninterne Umsätze). Die Umsätze konnten von 929 Millionen Euro auf 1.050 Millionen Euro gesteigert werden. Im Inland stiegen die Umsätze von 193 Millionen Euro (2007) auf 198 Millionen Euro (plus 2 Prozent). Für das Wachstum im Bereich der Labordiagnostik ist vor allem der Ausbau der Testmenüs im immunologischen Bereich, die auf den Roche-Systemen Elecsys und cobas Modular Plattform laufen. Bis Ende des Jahres werden neun neue Parameter eingeführt sein und den Labors zur Verfügung stehen, darunter Parameter zur Diagnose von Infektionskrankheiten (Hepatitis C), Schilddrüsenerkrankungen (Morbus Basedow) und zur Bestimmung von Gerinnungsfaktoren. Auch die Systemplattform cobas 6000 wurde jüngst um zwei neue Kombinationen erweitert, nun sind sieben Geräte-Kombinationen für die unterschiedlichsten Bedürfnisse der Labors erhältlich.

Applied Science - Innovative Technologie ermöglicht neue Qualitätsstandards für die Zukunft

Die Geschäftseinheit Applied Science hat in Deutschland in den drei ersten Quartalen 2008 einen Umsatz von 174 Millionen Euro (Inland: 42 Millionen Euro) erzielt. Damit stiegen die Umsätze um 8 Prozent (Inland: 4 Prozent). Im Bereich Life Sciences ist vor allem der Genomics-Markt sehr attraktiv. Roche Applied Science konnte in diesem Geschäftsfeld mit neuen Produkten in den Bereichen Sequencing, Real-Time-PCR und Microarrays fast 30 Prozent seines Umsatzes generieren. Allein das Sequencing-Geschäft hat sich seit Anfang des Jahres fast verdoppelt. Die Neueinführung des Zellanalyse-Systems xCELLigence setzt in der Forschung einen neuen Qualitätsstandard. Mit dem Gerät lassen sich beispielsweise Methoden etablieren, die potenzielle Alternativen zu Tierversuchen bieten. Mit dem Cell-Analyser können aber auch neue Anwendungen in der medizinischen Forschung wie zum Beispiel in der Onkologie und Virologie entwickelt werden.

Molecular Diagnostics - neue Maßstäbe für die Routine-Diagnostik

Molecular Diagnostics setzte 165 Millionen Euro in den ersten neun Monaten um und steigerte sein Vorjahresergebnis um 2 Prozent (Inland: plus 6 Prozent von 25 auf 27 Millionen Euro). 45 Prozent aller Vollblutspenden in Deutschland werden nun mit dem cobas s 201 System von Roche getestet. Zwei der vier großen Blutbanken des Deutschen Roten Kreuzes haben 2008 den hoch innovativen TaqScreen MPX Test für die Parameter HBV/HCV (Hepatitis B und C) und HIV eingeführt. Dieser Real-Time-PCR Test verbessert den bereits hohen Sicherheitsstandard in Deutschland noch weiter, weil auch sehr seltene Virusvarianten wie HIV-1 Subtyp O und HIV-2 erkannt werden.

Roche Tissue Diagnostics - Integration von Ventana erfolgreich abgeschlossen

Mit der Übernahme von Ventana im Februar 2008 konnte Roche Diagnostics sein In-Vitro-Diagnostik Portfolio um die Gewebediagnostik ergänzen. In dem neuen Geschäftsbereich Roche Tissue Diagnostics bietet Roche nun auch Systemlösungen für das pathologische Labor an. Für die Bereiche Diagnostik und Therapie von Krebs- und Infektionserkrankungen und die Entwicklung neuer therapeutischer Wirkstoffe werden mit Hilfe der Ventana-Systeme neue Targets (Zielstrukturen) schneller entdeckt werden können. Zum Jahresende werden zwei Neueinführungen für die Brustkrebsdiagnostik erwartet. Mit dem Ventana Benchmark Ultra steht ein neues System zur schnellen und effizienten Brustkrebsdiagnostik zur Verfügung. Darüber hinaus wird im November ein neuer Brustkrebs-Test (Ventana Inform Her2 Dual Colour ISH) eingeführt, der im Vergleich zu herkömmlichen Tests eine bessere statistische Absicherung der Ergebnisse gewährleisten soll.

Alle erwähnten Markennamen sind gesetzlich geschützt.

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