Bundesverband Öffentlicher Banken Deutschlands (VÖB)

Brüssel erzwingt Umdenken bei deutscher Rechnungslegung

    Berlin (ots) - Der Bundesverband Öffentlicher Banken Deutschlands,
VÖB, begrüßt die Entscheidung des Europäischen Parlaments vom 12.
März 2002, die Konzernrechnungslegung nach den International
Accounting Standards (IAS) ab 2005 für Unternehmen in Europa
einzuführen. Der Verband erwartet, dass nun auch der Rat der
Europäischen Union dem Vorhaben zustimmen wird.
    
    Die zukünftige Anwendung einheitlicher Bilanzierungs- und
Bewertungsmethoden in den Mitgliedsstaaten der EU erhöhe die
Vergleichbarkeit von Konzernabschlüssen und sei ein wichtiger Schritt
hin zu einem effizienten EU-Kapitalmarkt. Die Unternehmen hätten nun
Planungssicherheit und könnten ihre begonnenen Projekte zur
Umstellung auf IAS vollenden.
    
    "Der deutsche Gesetzgeber muss die Entscheidung des Europäischen
Parlaments über die Einführung von IAS ab 2005 spätestens jetzt zum
Anlass nehmen, die Diskussion über die Neuorientierung der
Rechnungslegung mit der gesamten deutschen Wirtschaft zu führen",
sagte Lothar Jerzembek, Bereichsleiter Bilanzierung des VÖB, heute in
Berlin. Hierbei müsse der deutsche Gesetzgeber das Ziel verfolgen,
die Bilanzierungs- und Bewertungsvorschriften für den Einzel- und
Konzernabschluss eines Unternehmens wieder einheitlich zu gestalten.
    
    Jerzembek erläuterte, dass die für das deutsche Bilanzrecht,
Steuerrecht und Gesellschaftsrecht wegweisenden Vorschläge des
Deutschen Standardisierungsrates (DSR) vom November 2001 in weiten
Kreisen der deutschen Unternehmen und bei der Mehrzahl der deutschen
Politiker überhaupt noch nicht registriert worden seien. Der DSR
wolle die EU-Fair-Value-Richtlinie vom September 2001 in nationales
Recht umsetzen und habe bestimmte Mitgliedsstaatenwahlrechte
zukunftsorientiert ausgelegt. Sein Vorschlag führe zu einheitlichen
Bilanzierungs- und Bewertungsvorschriften für Finanzinstrumente im
Einzelabschluss und Konzernabschluss. Er stelle das
Maßgeblichkeitsprinzip und den Grundsatz der Kapitalerhaltung zur
Diskussion. Diese Zielrichtung des DSR werde vom VÖB unterstützt.
    
    Ab 2004 müsse IAS 39, ein wesentlicher, wegen seiner schwierigen
Handhabbarkeit umstrittener Rechnungslegungsstandard, ein Jahr vor
dem großen Systemwechsel in der Konzernrechnungslegung auf IAS
angewendet werden. Der VÖB fordert daher, dass Deutschland die
bevorstehende inhaltliche Revision von IAS 39 zum Anlass nehmen
müsse, auf europäischer Ebene die verpflichtende Anwendung der
EU-Fair-Value-Richtlinie ab 2004 in eine freiwillige Anwendung
umzuwandeln.
    
    "Unternehmen, die die Umstellung ihrer Rechnungslegung und die
Anwendung von IAS für das Jahr 2005 planen, können die dann gültigen
internationalen Rechnungslegungsstandards uneingeschränkt anwenden",
so Jerzembek.
        
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