BVR Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken

Basel III: Genossenschaftsbanken halten Kreditangebot unverändert aufrecht
Kritik an undifferenzierter Belastung risikoarmer und risikoreicher Geschäftsmodelle

Berlin (ots) - "Die Volksbanken und Raiffeisenbanken werden auch die verschärften Kernkapitalanforderungen nach Basel III gut erfüllen und ihr Kreditangebot an Mittelstand und Privatkunden unverändert aufrechterhalten." Dies erklärt Gerhard Hofmann, Vorstandsmitglied des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR), zur Entscheidung der Zentralbankgouverneure und Präsidenten der Aufsichtsbehörden zu Basel III. Der genossenschaftliche FinanzVerbund verfüge seit jeher über eine solide Eigenkapitalausstattung mit einem hohen Anteil harten Kernkapitals. Positiv sei, dass das Genossenschaftskapital auch weiterhin als hartes Kernkapital ("Core Tier-1") anerkannt werde. Dennoch blieben kritische Aspekte der Einigung in Basel vom letzten Wochenende.

Hofmann: "Die erhöhten Anforderungen sind nicht differenziert genug, denn sie belasten risikoarme und risikoreiche Geschäftsmodelle in gleicher Weise. Banken, wie zum Beispiel die Institute des genossenschaftlichen FinanzVerbundes, die sich in der Finanzmarktkrise als widerstandsfähig erwiesen und keinerlei staatliche Unterstützung in Anspruch genommen haben, werden ebenso mit stark erhöhten Eigenkapitalanforderungen konfrontiert wie risikoreiche Institute. Vor allem ist nicht erkennbar, wodurch die Risiken an den Kapitalmärkten und in bestimmten Produkten entscheidend zurückgehen sollen." Auch andere wichtige Fragen ließen sich nicht mit mehr Eigenkapital lösen. Die Minderung systemischer Risiken beispielsweise werde mit verschärften Kapitalanforderungen sicher nur teilweise gelingen, so Hofmann weiter. Ein direkter Ansatz gegen systemische Instabilitäten und ein glaubwürdiges Vorgehen im Fall der Insolvenz einer großen grenzüberschreitenden Bank fehle bisher. Damit sei ein zentrales Problem der Finanzmarktkrise bisher nicht zufriedenstellend adressiert.

Schließlich hätten Banken mit Zugang zum organisierten Kapitalmarkt signifikante Wettbewerbsvorteile beim Aufbau ihres Kapitals. Der Wettlauf um knappes Kernkapital gehe bereits in eine neue Runde. Basel habe letztlich eine Entscheidung zugunsten kapitalmarktorientierter Finanzsysteme getroffen, die nicht das vorherrschende Muster in Europa sind. "Gerade mit Blick auf Wettbewerbsaspekte bleiben auch Zweifel, ob weltweit alle Länder, insbesondere die USA, die neuen Standards zeitgleich umsetzen. Mehr Verbindlichkeit und Verlässlichkeit bei der Umsetzung erscheint unter den Partnern in Basel sowie bei den G20 unverzichtbar", erklärt Hofmann.

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