EURO Kartensysteme GmbH

Einseitiges Risiko bei Kreditkarten-Zahlungen per Internet oder Telefon
Mittelstandsfeindliches Urteil zwingt EURO Kartensysteme zur Kündigung von Servicevereinbarungen

    Frankfurt am Main (ots) - Das Kreditkartenunternehmen EURO
Kartensysteme sah sich letzte Woche gezwungen, die Serviceverträge
über die Abrechnung von Kreditkartenumsätzen aus schriftlichen,
telefonischen oder Internet-Bestellungen mit Wirkung zum 30. Juni zu
kündigen. Davon betroffen sind vorwiegend mittelständische Händler.
    
    Dieser Schritt seitens des Marktführers EURO Kartensysteme wurde
notwendig, nachdem der BGH in seinem Urteil vom 16. April entschieden
hatte, das Ausfallrisiko für Zahlungen per Internet oder Telefon vom
Händler auf die Kreditkartenunternehmen zu verlagern. Bislang konnten
Kreditkarten-Inhaber, die bestritten, bestimmte Umsätze weder
telefonisch, schriftlich oder per Internet getätigt zu haben, eine
Rückbuchung veranlassen. Diese Umsätze wurden bisher vom Händler
übernommen. Dieser musste sich daraufhin mit dem Karteninhaber über
die Rechtmäßigkeit seiner Forderung auseinandersetzen. Dem Urteil
zufolge müssen nun die Kreditkartenunternehmen eine Zahlungsgarantie
für alle Kartenumsätze, die ein Unternehmen aus schriftlichen oder
telefonischen Bestellungen oder über Internet einreicht, abgeben.
Dieses Urteil betrifft alle Kreditkarten - Visa, Eurocard, American
Express und Diners.
    
    Die zunehmende Zahl der Käufe über Internet oder Telefon hat im
letzten Jahr zu einer Erhöhung des Missbrauchs um 13 Prozent geführt.
"Zwar sind es nur 0,1 Prozent vom Gesamtumsatz, in denen die Kunden
die Zahlung verweigern, doch bei einem Gesamtumsatz von 10 Milliarden
Euro sind das immerhin 10 Millionen Euro. Dieses wirtschaftliche
Risiko können wir nicht tragen", sagt Jan A. M. Hendrikx,
Vorsitzender der Geschäftsführung von EURO Kartensysteme. "Die
Leidtragenden wären die 19 Millionen ehrlichen Karteninhaber. Das
können wir nicht zulassen".
    
    "Wir bedauern dieses mittelstandsfeindliche Urteil sehr. EURO
Kartensysteme würde selbstverständlich weiterhin gerne Geschäfte mit
Händlern machen, die ohne physische Vorlage der Kreditkarte
Kaufaufträge telefonisch, schriftlich oder über das Internet von
Karteninhabern akzeptieren. Allerdings bedarf es hierzu einer
gerechteren Verteilung der Risiken zwischen uns und den Händlern.
Wenn uns die Händler entsprechende Vorschläge unterbreiten, sind wir
jederzeit daran interessiert, erneut in Verhandlungen zu treten", so
Hendrikx.
    
    Als ein Unternehmen der deutschen Banken und Sparkassen akquiriert
die EURO Kartensysteme Vertragsunternehmen für die
Kreditkarten-Akzeptanz von VISA und EUROCARD. Zu den Kunden der EURO
Kartensysteme gehören nahezu 400.000 Handels- und
Dienstleistungsunternehmen.
    
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