GTÜ Gesellschaft für Technische Überwachung GmbH

Service-Müdigkeit macht bessere Pkw-Qualität zunichte
Bedenkliche Entwicklung bei der Hauptuntersuchung

Stuttgart/Frankfurt am Main (ots) - Mehr als 54 Prozent der von der GTÜ Gesellschaft für Technische Überwachung im ersten Halbjahr 2008 untersuchten Pkw waren mit Mängeln unterwegs. Bei 17,2 Prozent der Autos stellten die Prüfingenieure sogar erhebliche Mängel bis hin zur Verkehrsunsicherheit fest. Sorgenkinder der Stuttgarter Überwachungsorganisation sind neben Elektrik und Beleuchtung insbesondere Bremsen sowie Räder, Reifen und Achsen der Fahrzeuge. Hier nahmen die Mängel weiter zu. Lediglich 45,9 Prozent der geprüften Pkw gingen ohne Beanstandung durch die Hauptuntersuchung.

Damit bestätigt die aktuelle GTÜ-Auswertung einmal mehr das sicherheitstechnische Risiko vor allem älterer, ungepflegter Pkw. Notwendige Verschleißreparaturen werden häufig nicht durchgeführt oder so lange verschoben, bis ein größerer Defekt eintritt. Der Überalterungstrend im Fahrzeugbestand hält weiter an und wird nach Expertenprognosen noch weiter zunehmen. Das Durchschnittsalter aller Pkw liegt heute bei acht Jahren. Mehr als 20 Prozent der Autos sind sogar über 12 Jahre alt.

Deutschlands größte amtlich anerkannte Überwachungsorganisation freiberuflicher Kfz-Sachverständiger nahm in den ersten sechs Monaten über 1,8 Millionen Fahrzeuge (Vorjahr 1,7) bei der Hauptuntersuchung unter die Lupe. Damit stieg die Zahl der durch die GTÜ geprüften Pkw im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um mehr als sieben Prozent.

Der Marktanteil der Stuttgarter Prüforganisation liegt aktuell bei 13,4 Prozent (Vj 12,9). In der Kundenzufriedenheit ist die GTÜ unangefochten die Nummer 1. Der Kundenmonitor Deutschland bescheinigt der GTÜ die besten Leistungen und den besten Service aller Überwachungsorganisationen.

Sorgen bereitet der GTÜ die stetig steigende Zahl der Mängel bei Beleuchtung und Elektrik - besonders bei älteren Autos. Insgesamt ist die Mängelgruppe Elektrik über alle Altersklassen hinweg mit 23,2 Prozent (Vorjahr 21,3) der Spitzenreiter in der GTÜ-Statistik des ersten Halbjahrs. Die GTÜ appelliert deshalb an alle Autofahrer, die "Lichtwochen" im Oktober zu nutzen und die Beleuchtung ihres Pkw bei einer GTÜ-Prüfstelle oder in einer Fachwerkstatt checken zu lassen.

Auf Platz zwei liegen Mängel an der Bremsanlage mit 17,8 Prozent (Vorjahr 19,2) und an Achsen/Räder/Reifen/Aufhängungen mit ebenfalls 17,8 Prozent (Vorjahr 18,5). Platz drei belegen die Umweltbelastungen, wie Motorabgase, Ölverluste, Lärmentwicklung etc. mit 16,9 Prozent (Vorjahr 16,5). Auf dem letzten Platz der aktuellen GTÜ-Liste finden sich Mängel an Fahrgestell/Rahmen/Aufbau mit 10,8 Prozent (Vorjahr 10,8).

Erschreckend ist der technische Zustand vieler älterer Fahrzeuge. Während die GTÜ-Prüfer an 100 Pkw bis zu einem Alter von drei Jahren durchschnittlich 23 Mängel aufspürten, diagnostizierten sie an 100 Autos mit einem Alter von über neun Jahren rund 231 Mängel. Das ist mehr als das Zehnfache!

Insgesamt waren in der Altersgruppe über neun Jahre 72,6 Prozent aller untersuchten Pkw mit Mängeln unterwegs. 24,9 Prozent wiesen erhebliche Mängel auf oder waren gar verkehrsunsicher. Nur 27,4 Prozent der Pkw dieser Altergruppe waren ohne Mängel.

Betrachtet man das Gesamtergebnis der GTÜ-Hauptuntersuchung im ersten Halbjahr 2008, so bedeutet dies, dass bei einem derzeitigen Gesamtfahrzeugbestand von rund 42 Millionen Pkw 8 Millionen Pkw gravierende Mängel aufweisen.

Bei insgesamt mehr als 54 Prozent festgestellter Mängel lässt dies den Schluss zu, dass rund 23 Millionen Pkw reparaturbedürftig auf Deutschlands Straßen unterwegs sind.

Fazit: An Service- und Reparaturkosten zu sparen, darf nicht zu Lasten der Verkehrssicherheit gehen. Nicht ohne Grund fordert die GTÜ deshalb eine jährliche Hauptuntersuchung für alle Fahrzeuge, die älter als neun Jahre sind.

Bei Abdruck Belegexemplar an die GTÜ erbeten

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