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Sammer fordert: "Wichtig, dass sich die Spieler wieder in die Verantwortung nehmen"

Unterföhring (ots) - In Sky90 - die KIA Fußballdebatte sprachen u.a. Sky Experte Lothar Matthäus, Ex-Nationalspieler Jürgen Kohler und der Sportvorstand des FC Bayern, Matthias Sammer, über das Geschehen in der Fußball-Bundesliga am 30. Spieltag.

Matthias Sammer ...

... auf die Frage, wie er die 0:3-Niederlage gegen Dortmund verarbeitet: "Indem ich die Realität mir in den vorderen Hirnwinkel schießen. Wir sind Deutscher Meister, wir sind im Halbfinale der Champions League, sind im Halbfinale des Pokals. Wenn wir jetzt jammern, haben wir was falsch gemacht. Trotzdem muss man darauf achten, dass das Spiel gestern eine kleine Ohrfeige war. Das ist - in Bayern sagt man - eine Watschn, die haben wir bekommen, und genauso fühlt sich das an. "

... über die Probleme: "Was wir nicht geschafft haben, drei, vier Prozentpunkte untereinander herauszuholen, um das Spiel zu kontrollieren und dann den Rhythmus zu finden."

... über die Radikalrotation: "Auch bevor wir Meister waren, haben wir sehr viel rotiert. Mit Rotation hat das nichts zu tun. Wir müssen einer möglichen Überbelastung Rechnung tragen. Ich finde es ausgezeichnet, dass Bayern auch mal den ganz Jungen die Möglichkeit gibt zu spielen. Vielleicht haben wir alle gesagt, der Wettbewerb ist abgehakt, das ist ein bisschen unglücklich. Aber du musst immer gedanklich im Rhythmus bleiben."

.... über die Konsequenzen: "Entscheidend ist, wie wir jetzt mit der großartigen Situation umgehen und die Deutsche Meisterschaft beiseite legen. Wichtig ist auch, dass sich die Spieler wieder in die Verantwortung nehmen. Es gibt doch nichts Schöneres, als diese Chance nutzen zu wollen. Das muss Kräfte und Energie freisetzen. Ab morgen ist darauf zu achten, sowohl was das Gedankliche betrifft als auch die Art Fußball zu spielen, dass wir zu dem zurückkehren, was uns stark gemacht hat. Wir dürfen nicht davor zurückschrecken, dass es auch mal kritisch konstruktiv werden kann oder auch mal wieder rauschen kann. Die Diskussion muss dahingehend geführt werden, eine Einheit zu bilden, eine Mannschaft zu sein, und dass einer muss für den anderen da sein."

... über Mandzukic: "Ich sage immer so liebevoll, er spielt wie ein Tier. Das ist unvorstellbar, was dieser Mann rennt und leistet für die Mannschaft, wie er gegen den Ball arbeitet und dem Gegner wehtut und trotzdem oft provoziert wird. Bei uns braucht überhaupt niemand anzuklopfen."

... über die Arbeit von Pep Guardiola: "Die schönste und unglaublichste Erkenntnis, dass ein Trainer mit einer Idee trotzdem die Flexibilität hat zu sehen, was er zur Verfügung hat und das zu verbinden. Es ist unglaublich großartig, das zu erleben."

... auf die Frage, ob er mit Ronaldo im Champions-League-Halbfinale rechnet: "Es gilt jetzt nicht so sehr über Real Madrid zu reden, sondern wir müssen zu unserer Leistungsstärke zurück. Wenn es dann stimmt, werden wir ihn (Ronaldo, die Red.) stoppen können, wenn nicht, dann möglicherweise nicht."

... auf die Frage, was wäre, wenn VfB Stuttgart am letzten Spieltag in München absteigt: "Wir kriegen die Schale, Pep kriegt die Dusche, und jetzt stellen sie sich das Drama vor! Das könnte ich nicht ertragen.

Sky Experte Lothar Matthäus ...

... über die Fehler: "Wenn man weiß, man ist Meister, ist man vielleicht nicht mehr so entschlossen in einigen Situationen. Guardiola hat gestern gesagt, ich habe vielleicht Fehler gemacht, ich bin auch der Meinung. Vielleicht hat man zu häufig gesagt, die Meisterschaft interessiert uns nicht mehr - in Anführungszeichen. Das sind wieder ein paar Prozente, die bei den Spielern verloren gehen, wenn es heißt, Meisterschaft ist nicht mehr so wichtig. Die Watschn gestern hat gut getan, um jetzt wieder den Rhythmus aufzunehmen. Sie werden jetzt in der Meisterschaft wieder aufwachen."

... über den Ronaldo-Faktor bei Real: "Ronaldo ist der wichtigste Spieler. Die Mannschaft fühlt sich stärker, wenn er auf dem Platz ist."

... über Hopfners Kritik an Watzke: "Einen der Lüge zu bezichtigen, da sollte man sehr, sehr vorsichtig sein. Man sollte Fairplay außerhalb des Platzes spielen."

... auf die Frage, ob er Trainer beim TSV 1860 wird: "Nein, man wird mich weiter hier bei Sky sehen. Das ist definitiv, weil ich mit meinem Leben so zufrieden bin."

Jürgen Kohler ...

... über mögliche Folgen: "Wenn man in der Meisterschaft etwas die Zügel schleifen lässt, ob gewollt oder im Unterbewusstsein, glaube ich schon, dass das Selbstbewusstsein etwas darunter leidet und die Spieler die Leichtigkeit nicht mehr haben. Das könnte ein kleines Mosaiksteinchen sein. Trotzdem muss man seine Hausaufgaben machen."

... über mentale Schwierigkeiten: "Wenn man sagt, beim übernächsten Spiel kann ich vielleicht wieder den Schalter umlegen, dann ist es schon anderen großen Mannschaften passiert, dass sich dann nicht mehr das Selbstbewusstsein und Sicherheit in den Aktionen eingestellt hat. Die psychologische Barriere spielt vielleicht im Moment eine große Rolle bei Bayern. Ich glaube, dass es schon schwierig ist, den Schalter wieder umzulegen und dass man sagt, jetzt läuft alles wieder auf 100 Prozent. Diese Leichtigkeit wird noch ein bisschen dauern."

... über Sascha Lewandowski: "Er kennt die Mannschaft in- und auswendig. Von daher hat er einen kleinen Vorteil. Er weiß, wie er die Spieler anpacken muss, wie er jeden Spieler einzustellen hat auf seiner Position."

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