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Gefahrguttag auf der 62. IAA Nutzfahrzeuge: Sicherheitssysteme sollten Standard werden

Frankfurt / Hannover (ots) -

   - Verkehrswachstum erfordert weitere Anstrengungen
   - Aktive Sicherheit im IAA-Fokus 

Mit aktuellen Entwicklungen im Gefahrgutrecht und einer weiteren Erhöhung der Sicherheit von Gefahrgutfahrzeugen befasste sich ein Symposium auf der 62. IAA Nutzfahrzeuge, das vom Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) und dem Verband der Automobilindustrie (VDA) durchgeführt wurde. Wie VDA-Geschäftsführer Dr. Thomas Schlick vor über 600 Teilnehmern deutlich machte, fällt zwar nur eine verhältnismäßig kleine Teilmenge der insgesamt im Straßengüterverkehr transportierten Ladung in die Kategorie Gefahrgut. Doch bewältigen Nutzfahrzeuge immerhin rund die Hälfte des gesamten Gefahrgutaufkommens in Deutschland. "Deshalb gilt diesem Bereich höchste Aufmerksamkeit, sowohl bei Fahrzeug-, Aufbauten- und Teileherstellern als auch bei Verladern und Spediteuren", betonte Dr. Schlick.

Gemessen an ihrer Fahrleistung sind Unfälle von Nutzfahrzeugen seit 1970 um über 70 Prozent zurückgegangen. Bezogen auf die Fahrleistung sind sie inzwischen genauso sicher wie Pkw: Pro 1 Mio. Fahrzeugkilometer sind Lkw an 0,44 Unfällen mit Personenschaden beteiligt, bei Pkw sind es 0,46 Unfälle. Die Fahrzeughersteller geben sich damit nicht zufrieden, so Dr. Schlick, sondern arbeiten mit Hochdruck an Systemen der aktiven Sicherheit, die den Fahrer auf potenzielle Gefahren aufmerksam machen, in Notsituationen aktiv werden und damit helfen, Unfälle zu vermeiden. "Die IAA Nutzfahrzeuge als Leitmesse für den Straßentransport legt einen ganz besonderen Schwerpunkt auf die aktive Sicherheit", sagte Dr. Schlick. Die Industrie unterstützt den Fahrer sowohl technisch als auch durch professionelle Fahrsicherheitstrainings. Im vergangenen Jahr nutzten weltweit 70.000 Lkw-Fahrer dieses Angebot.

Neben Nutzfahrzeugherstellern und Fahrern müssen aber auch Transporteure und die Politik ihren Beitrag für die Sicherheit von Gefahrguttransporten leisten. Die Verantwortung des Transporteurs beginnt bei der Ausstattung der Nutzfahrzeuge mit Sicherheitssystemen. Gerade im Gefahrgutbereich sollten aktive Sicherheitssysteme wie ESP, Abstandsregel-Tempomaten oder Spurverlasserwarner zum Standardequipment zählen, forderte Dr. Schlick. Mit der "Safety-Truck"-Initiative wurde ein Sicherheitspaket geschnürt, mit dem 70 Prozent der systemimmanenten Unfälle mit schweren Lkw verhindert werden können. Die Politik sollte hier Anreize schaffen, damit die Marktdurchdringung dieser Sicherheitssysteme schneller voranschreiten könne.

Ulrich Kasparick, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, bescheinigte allen, die mit Gefahrguttransporten in Deutschland befasst sind, "gute Arbeit". Die Sicherheitsbemühungen müssten aber schon deshalb weiter erhöht werden, weil bei dem zu erwartenden Verkehrswachstum auch die Unfallfolgekosten gesenkt werden müssten. Kasparick erwartet zudem neue Aufgabenstellungen für Gefahrguttransporte, etwa für die Logistik von Wasserstoff als Alternative zu Benzin.

Mit den Sicherheits- und Stabilitätstechnologien für Nutzfahrzeuge und Möglichkeiten der weiteren Entwicklung von Fahrerassistenzsystemen befasste sich Jacques Esculier, Vorstandsvorsitzender von Wabco. Er zeigte auf, wie die Verkehrsunfallzahlen mit Nutzfahrzeugen, vor allem mit Beteiligung von Gefahrguttransportern, in Zukunft weiter deutlich reduziert werden können. Wabco ist einer der weltweit führenden Anbieter von elektronischen Brems- und Fahrzeugregelsystemen sowie von Federungs- und Antriebssystemen für Nutzfahrzeuge. Bei einer anschließenden Live-Vorführung konnten sich die Teilnehmer des Gefahrguttages von der Wirkung eines neuen Fahrerassistenzsystems überzeugen.

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