ver.di Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft

ver.di für eigenständige Versicherungsaufsicht

    Hamburg (ots) - Die von Bundesfinanzminister Eichel vorgeschlagene
Zusammenführung der Aufsichtsämter für Banken, Wertpapierhandel und
Versicherungen in eine "Bundesanstalt für Finanzmarktaufsicht" wird
von der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) entschieden
abgelehnt. "Der Vorschlag des Finanzministers gefährdet die vor allem
dem Verbraucherschutz dienenden Aufsichtsziele", warnte der neue
Leiter der ver.di-Bundesfachgruppe Versicherungen, Richard Sommer, am
Mittwoch in Hamburg nach seiner Wahl durch den Fachgruppenvorstand.
Im Versicherungsbereich werde die Aufsicht durch das
Bundesaufsichtsamt für das Versicherungswesen (BAV) bisher sehr
erfolgreich wahrgenommen.
    
    Die Instrumente und Ziele der Versicherungsaufsicht seien
gegenüber der Banken- und Wertpapieraufsicht zu unterschiedlich, um
durch Zusammenlegung nennenswerte Synergieeffekte zu erzielen.
Kreditrisiken der Banken seien ganz anders zu beaufsichtigen, als die
Risiken etwa bei Tod, Unfall, Krankheit, Feuer und Diebstahl, für die
die Versicherer einzustehen hätten.
    
    Nicht weniger, sondern mehr Verbraucherschutz ist nach Ansicht des
Gewerkschafters in dem Geschäft mit dem Vertrauen auf Schutz und
Sicherheit angesagt. "Angesichts der auf die private
Versicherungswirtschaft zukommenden zusätzlichen Aufgaben aus der
sog. Riester-Rente sind die Produktaufsicht und vor allem die
Aufsicht über den einwandfreien Vertrieb der 'Riester-Produkte'
gefordert", erklärte Sommer.
    
    Zum ehrenamtlich tätigen Vorsitzenden des Fachgruppenvorstands
wurde Jochen Berendsohn gewählt, Vorsitzender des Personalrates der
Versicherungsgruppe Hannover (VGH); stellvertretender Vorsitzender
wurde Holger Stubbe, Vorsitzender des Gesamtbetriebsrates der Hamburg
Mannheimer Versicherungen.
    
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