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Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Eierwirtschaft: Aktuelle Studie zeigt Bedeutung von Importzöllen auf

Berlin (ots) - Um die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Eierwirtschaft zu erhalten und dem Verbraucher die weltweit höchsten Standards bei Tierwohl, Umweltschutz und Lebensmittelsicherheit garantieren zu können, ist die Beibehaltung der bestehenden Importzölle auf Schaleneier und Eiprodukte aus Nicht-EU-Ländern von zentraler Bedeutung. Das ist das Kernergebnis einer aktuellen Studie des Agrarökonomen Peter van Horne vom sozioökonomischen Forschungsinstitut LEI der Universität Wageningen zur Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Eierwirtschaft. Die Studie belegt: Die hohen Standards in der europäischen Eiererzeugung bedeuten signifikant höhere Erzeugungskosten als in Drittländern, in denen die Legehennen noch standardmäßig in den EU-weit seit Anfang 2012 verbotenen konventionellen Käfigen gehalten werden. Bei einer Senkung oder gar einem Wegfall der Importzölle drohen diese hohen EU-Standards durch Billigimporte aus Drittländern unterlaufen zu werden. "Das wäre definitiv nicht im Sinne des Tierschutzes und des deutschen Verbrauchers, ein Unterwandern unserer hohen europäischen Standards darf nicht sein!", kommentiert Günter Scheper, Vorsitzender des Bundesverbands Deutsches Ei (BDE) und Vizepräsident des Zentralverbands der Deutschen Geflügelwirtschaft (ZDG), das Ergebnis der Studie aus Sicht der deutschen Eierwirtschaft. Scheper mahnt: "Vor allem vor dem Hintergrund der aktuellen Verhandlungen zu bilateralen Handelsabkommen mit Nicht-EU-Ländern zeigt die Studie, dass Importzölle für die europäische und deutsche Eierwirtschaft unverzichtbar sind."

Im Auftrag der EUWEP (European Union of Wholesale Eggs, Egg Products, Poultry and Game), des europäischen Handelsverbands für Eierpackstellen, Eierhändler und die verarbeitende Industrie, hatte van Horne die Erzeugungskosten von Schaleneiern und Volleipulver in sieben EU-Ländern (Niederlande, Frankreich, Spanien, Italien, England, Polen und Dänemark) mit den Erzeugungskosten in ausgewählten Drittländern (Ukraine, USA, Argentinien und Indien) für das Jahr 2013 verglichen. Das Ergebnis: Die Erzeugungskosten in den Drittländern liegen um bis zu 29 Prozent unter dem europäischen Level.

Derzeit schützen die hohen Importzölle den europäischen Markt jedoch vor der billigeren Ware aus weniger tiergerechten Haltungssystemen. Was wäre aber, sollte es diese Zölle eines Tages nicht mehr geben? Anhand verschiedener Zukunftsszenarien mit veränderten Importzöllen oder Wechselkursen kommt die Studie exemplarisch zu dem Ergebnis, dass bei einer Senkung der Importzölle um 50 Prozent oder bei einem um 10 Prozent niedrigeren Wechselkurs alle betrachteten Drittländer erhebliche Wettbewerbsvorteile gegenüber den europäischen Erzeugern gewinnen würden.

"Hierzu darf es erst gar nicht kommen!", fordert Günter Scheper und hat dabei insbesondere die Interessen des deutschen Verbrauchers im Blick: "Die Sicherheit unserer Lebensmittel und die enormen Fortschritte beim Tierwohl sind zu Recht relevante Kriterien für die Einkaufsentscheidung." Umso wichtiger sei es, auch künftig den europäischen Eiermarkt zu schützen - denn anderenfalls werde durch die Einfuhr von Eiern und Eiprodukten aus Ländern mit deutlich niedrigeren Erzeugungsstandards das Tierwohl mit Füßen getreten.

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