Statistisches Bundesamt

Knapp 19 000 Beschäftigte in der deutschen Biotechnologie

        Wiesbaden (ots) -  Das Statistische Bundesamt hat heute erstmals
Eckzahlen zur Biotechnologie in Deutschland, und zwar für das Jahr
2000, veröffentlicht. Die Zahlen resultieren aus einer Umfrage auf
freiwilliger Basis bei Unternehmen der Biotech-Branche , die von
November 2001 bis Februar 2002 durchgeführt wurde. "Durch die sehr
gute Beteiligung der Unternehmen und einen neuen methodischen Ansatz
ist es gelungen, zuverlässige statistische Daten über die
Biotech-Branche vorzulegen", sagte der Präsident des Statistischen
Bundesamtes, Johann Hahlen, anlässlich eines Pressegesprächs in
Frankfurt am Main.

In der Pilotstudie hat das Statistische Bundesamt Eckdaten für fünf Unternehmenskategorien ermittelt, um erstmals die Biotechnologielandschaft in Deutschland in ihren wesentlichen Zügen abzubilden. Auf Grund der hochgerechneten Ergebnisse der Umfrage schätzt das Statistische Bundesamt die Zahl der Unternehmen mit ausgeprägten Biotech-Aktivitäten im Jahr 2000 auf 1 100 bis 1 200. Davon sind


-  500 bis 550 Biotech-Kernunternehmen, die vorrangig mit modernen biotechnischen Verfahren arbeiten,


-  350 bis 400 Ausrüster bzw. Zulieferer der Biotech-Kernunternehmen und anderer Forschungseinrichtungen,


-  50 Unternehmen, die als Biotech-Kernunternehmen und Ausrüster tätig sind,


-  50 besonders große Unternehmen überwiegend der chemischen Industrie, die auch in nennenswertem Umfang biotechnologische Verfahren entwickeln und anwenden (Life Sciences Industrie) und


  -  150 bis 200 Berater und Finanzdienstleister der Biotech-Branche.

  Aus den beantworteten Fragebogen errechnen sich nachfolgende
Ergebnisse, die 55 bis 60 % des geschätzten Berichtskreises
abdecken.

  Die 313 Biotech-Kernunternehmen, die geantwortet haben,
beschäftigten im Jahr 2000 insgesamt 9 906 Personen, davon arbeitete
knapp die Hälfte in 21 Firmen mit 100 und mehr Beschäftigten. 34 %
der Beschäftigten in Biotech-Kernunternehmen (3 337) arbeiteten in
Forschung und Entwicklung, in den kleineren Unternehmen mit fünf bis
unter zehn Beschäftigten waren es sogar fast zwei Drittel. Im Jahr
2000 erzielten die Biotech-Kernunternehmen einen Gesamtumsatz von
rund 594 Mill. Euro, d.h. 60 000 Euro je Mitarbeiter. Rund 400 Mill.
Euro wurden für biotechnologische Forschung und Entwicklung
ausgegeben (40 000 Euro je Mitarbeiter).

  Insbesondere die größeren Unternehmen der Life Sciences Industrie
tragen wesentlich zur Wirtschaftskraft der Biotech-Branche in
Deutschland bei. So haben die 24 Unternehmen dieser Kategorie, die
sich an der Umfrage beteiligt haben, im Jahr 2000 einen Umsatz mit
Produkten der Biotechnologie in Höhe von rund 3,5 Mrd. Euro erzielt.
Bei diesen Unternehmen gab es 8 933 Beschäftigte im Bereich
Biotechnologie, davon etwa 27 % oder 2 401 Personen in Forschung und
Entwicklung. Insgesamt waren im Jahr 2000 bei den
Biotech-Kernunternehmen und den größeren Unternehmen der Life
Sciences Industrie, die den Fragebogen beantworteten, 18 839
Personen in der Biotechnologie beschäftigt, davon 5 738 in Forschung
und Entwicklung (30 %).

  Die Ergebnisse der Pilotstudie zeigen darüber hinaus, dass sich die
Biotech-Unternehmen in den Ländern Bayern, Baden-Württemberg,
Nordrhein-Westfalen und Hessen konzentrieren. Als größere
Biotech-Standorte treten auch die Region Berlin/Brandenburg sowie
Niedersachsen in Erscheinung. Die meisten Unternehmen (285) sind auf
dem Gebiet der "roten", also der medizinischen und pharmazeutischen
Biotechnologie tätig.

  Diese und weitere Ergebnisse sowie eine Beschreibung der Methodik
enthält die Broschüre "Unternehmen der Biotechnologie in Deutschland
- Ergebnisse einer Pilotstudie für das Jahr 2000", die auch
kostenlos im Internetangebot des Statistischen Bundesamtes unter
http://www.destatis.de abrufbar ist.

Weitere Auskünfte erteilt: Alois Macht,
Telefon: (0611) 75-2352,
E-Mail: alois.macht@destatis.de



ots-Originaltext
Statistisches Bundesamt

Rückfragen an obigen Ansprechpartner oder an:

Statistisches Bundesamt
Pressestelle
Telefon:(0611) 75-3444
Email:presse@destatis.de

Original-Content von: Statistisches Bundesamt, übermittelt durch news aktuell

Weitere Meldungen: Statistisches Bundesamt

Das könnte Sie auch interessieren: